Vladimir Petkovic: «Uns stehen jetzt nur noch Cupspiele bevor»
Aktualisiert

Vladimir Petkovic«Uns stehen jetzt nur noch Cupspiele bevor»

Die Schweiz hat den Start in die EM-Quali verpatzt. Dass die Moral der jungen Truppe von Nati-Coach Vladimir Petkovic nicht völlig bricht, könnte der Spielplan sorgen.

von
ete

«Der Zeitdruck wird immer grösser», sagt Nati-Trainer Vladimir Petkovic nach Niederlagen gegen England (0:2) und Slowenien (0:1). Die Gelegenheit zur Reaktion auf die zwei Pleiten werden weniger. «Uns stehen jetzt nur noch Cupspiele bevor», weiss auch Petkovic. Weil San Marino - Wunder nicht einkalkuliert - kaum ein Spiel gewinnen wird, muss die Schweiz im Kampf um Platz 2 in der Gruppe E mit acht «Cupspielen» rechnen.

Beunruhigen lässt sich Petkovic trotz seines kapitalen Fehlstarts nicht. «Ich habe einen grossen Rucksack, in dem ich solche Dinge verstecke und ich kann ihn sehr lange Zeit tragen, wenn es darauf ankommt. Mit Kritik kann ich umgehen, denn ich bin verantwortlich für die Mannschaft und darf mich gar nicht aus der Ruhe bringen lassen.» Diese Niederlage in Maribor sei schwer zu akzeptieren. Man hätte den Erfolg mehr provozieren müssen.

«Zapfenstreich» war um Mitternacht

Diese weniger guten Dinge aus dem Spiel in Maribor hat die Mannschaft in einer Video-Sitzung am Freitagabend aufgearbeitet. Petkovic hat dabei die Aufmerksamkeit mehr auf positive Seiten aus der Partie gelenkt, damit er «Energie aus einem negativen Erlebnis» nimmt. «Wir müssen weiter an unsere Chance glauben, mental bereit sein, denn das nächste Spiel ist immer das wichtigste.» Am Samstagmorgen liess Petkovic in Freienbach trainieren, ehe er der Mannschaft den restlichen Tag frei gab. «Zapfenstreich» für die Nati war Mitternacht.

Fünf vor zwölf ist es in der EM-Qualifikation. Sechs Punkte hatte die Nati aus den Partien in Slowenien und San Marino budgetiert. Drei hat die Nati in Maribor versiebt. Drei aus San Marino müssen drin liegen - schliesslich spielt die Schweiz am Dienstag gegen die schlechteste Nationalmannschaft der Welt oder will man es anders sagen, gegen das Schlusslicht der Fifa-Rangliste. Mit null Punkten belegt der Kleinstaat in der Nähe von Rimini zusammen mit Bhutan den 208. und letzten Platz im Ranking des Weltverbandes.

Senderos aus Feusisberg abgereist

Welche taktischen und personellen Retuschen der Nati-Coach gegen die San Marinesen anbringen wird, ist offen. Sicher ist, dass es nach der Abreise von Philippe Senderos (muskuläre Probleme) eine Änderung in der Innenverteidigung geben wird. Zu rechnen ist eher mit dem Einsatz von Fabian Lustenberger, als mit Steve von Bergen, der an seinem Fehler, der in Slowenien zur Schweizer Niederlage führte, zu kauen hat.

Überlegungen zum Dreier-Mittelfeld Behrami/Inler/Xhaka in der 4-3-3-Ausrichtung von Petkovic wird es nur geben, wenn Captain Gökhan Inler wegen seiner Muskelverletzung Forfait geben muss. Mit Pajtim Kasami und Blerim Dzemaili hätte Petkovic zwei offensiver ausgerichtete Spieler zur Wahl, um die Abstimmung zwischen Sturm und Mittelfeld zu verbessern.

Mehmedi für Drmic?

Die Spielauslösung aus dem Dreier-Mittelfeld war in Maribor oft ungenügend, warum sich Seferovic und auch Shaqiri oft tief fallen lassen mussten. Mehr als nur wahrscheinlich ist die Herausnahme von Josip Drmic, der gegen Slowenien blass blieb und die fehlende Spielpraxis in Leverkusen nicht kaschieren konnte. Für Drmic wird Admir Mehmedi in den Dreier-Angriff neben Shaqiri und Seferovic rutschen und mithelfen, die 319 Minuten andauernde Torflaute der Schweiz endlich zu beenden.

EM 2016: Resultate und Spielplan »

Deine Meinung