Aktualisiert 19.12.2017 12:04

St. Gallen

Unschuldige in Haft, weil DNA zu Verbrecherin passt

Eine 55-Jährige sass in Untersuchungshaft, weil ihr DNA-Profil zu einer Einbrecherin passte. Nur war dieses nicht komplett.

von
hal
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Ermittler extrahierten Anfangs 2017 nach Einbrüchen im Kanton St. Gallen ein unvollständiges DNA-Profil. (Bild: DNA-Proben am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich)

Ermittler extrahierten Anfangs 2017 nach Einbrüchen im Kanton St. Gallen ein unvollständiges DNA-Profil. (Bild: DNA-Proben am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich)

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Die inkomplette DNA passte zu einer 55-jährigen Schweizerin. Sie wurde verhaftet.

Die inkomplette DNA passte zu einer 55-jährigen Schweizerin. Sie wurde verhaftet.

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Allerdings passt die DNA zu mehreren weiteren Personen in Europa. Das Gericht sprach die Frau deshalb im Dezember 2017 frei.

Allerdings passt die DNA zu mehreren weiteren Personen in Europa. Das Gericht sprach die Frau deshalb im Dezember 2017 frei.

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Die Schweizerin wollte im Frühling 2017 in Genf ein Flugzeug besteigen. Doch statt am geplanten Ziel in Marokko landete sie in St. Gallen in Untersuchungshaft: Polizisten verhafteten sie bei der Passkontrolle, legten sie in Handschellen und brachten sie in ein Gefängnis in die Ostschweiz. So schreibt es das «Tagblatt».

Grund für die Verhaftung: Bei Einbrüchen in den St. Galler Ortschaften Arnegg, Engelburg und Gossau waren inkomplette DNA-Spuren gefunden worden. Diese passten zur verhafteten Frau – aber auch zu mehreren anderen Personen in Europa, wie der Anwalt der 55-Jährigen festhält.

Schock wegen Verhaftung

Der Staatsanwalt berücksichtigte die Möglichkeit, dass jemand anders der Einbrecher gewesen sein könnte, nicht – und prüfte offenbar nicht einmal das Alibi der Frau. Er brummte ihr eine bedingte Geldstrafe und eine Busse von 1000 Franken auf. Sie wehrte sich, forderte einen Freispruch und eine Genugtuung für die zwei Tage U-Haft.

Nun gab ihr der Einzelrichter recht: Es sei klar, dass sie nicht die Einbrecherin sei. Der Staatsanwalt habe sich nur auf die inkomplette DNA-Spur verlassen. Die Frau erhält eine Genugtuung von 600 Franken – mehr als üblich, weil der Schock über die unerwartete Verhaftung und Anschuldigung gross gewesen sei.

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