Unschuldige Schauspieler verhaftet
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Unschuldige Schauspieler verhaftet

Der englische Film «Road To Guantanamo» dokumentiert die Haftstrafe von vier englischen Muslimen auf Guantanamo. Nach einer Filmvorführung wurden sie wieder verhaftet - von der englischen Polizei.

Die Geschichte von Farhad Harun, Rizwan Ahmed, Shafiq Rusul und Rhuhel Ahmed, wie sie der britische Dokumentarfilm «Road To Guantanamo» (Regie: Michael Winterbottom) zeigt, ist unglaublich, aber wahr. Darauf bestehen jedenfalls die vier Betroffenen und der Regisseur des Streifens, der an der diesjährigen Berlinale gezeigt wurde.

Im September 2001 fliegt die Mutter eines Pakistani nach England, um ihrem Sohn mitzuteilen, dass sie in Pakistan eine Braut für ihn gefunden habe. Mit drei Freunden fliegt er nach Karachi, um die Braut zu treffen. Dort bittet ein Imam die jungen Männer, den Menschen in Afghanistan zu helfen. Die vier nehmen das Abenteuer auf sich und reisen mit dem Bus in Afghanistan ein. Sie kommen in Kandahar an - in der Nacht, in der die amerikanischen Bombardierungen beginnen. In der Folge geraten sie immer weiter ins Konfliktgebiet - am Ende werden sie von amerikanischen Soldaten als potentielle Terroristen verhaftet. Zwei ganze Jahre werden sie auf Guantanamo festgehalten - obwohl niemand ihre Schuld beweisen kann. Die Behauptungen, sie hätten Verbindungen zu Mohammed Atta und Osama Bin Laden erweisen sich schon früh als unwahr.

Die vier Männer haben ihren Film an der diesjährigen Berlinale vorgestellt. Bei ihrer Rückreise nach England wurden sie von der englischen Polizei verhaftet und im Rahmen der neuen Anti-Terror-Gesetze verhört, wie die «Netzeitung» am 23. Februar berichtet. Ahmed gab an, dass man ihn gefragt habe, ob er in weiteren «politischen Filmen» mitzumachen gedenke. Man habe ihm zudem sein Mobiltelefon weggenommen und ihm damit gedroht, ihn 48 Stunden festzuhalten - ohne das Recht auf einen Anwalt.

Die Polizei in Bedfordshire mochte den Vorfall nicht im Detail bestätigen. Sie gab lediglich an, man habe sechs Menschen «nach den Anti-Terror-Gesetzen festgehalten. Das ist etwas, was immer wieder passiert, vor allem an Flughäfen und Bahnhöfen.»

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