Aktualisiert 05.01.2011 12:24

Texas

Unschuldiger Häftling nach 30 Jahren frei

Wegen angeblicher Entführung und Vergewaltigung einer Weissen sass ein Afroamerikaner drei Jahrzehnte lang im Gefängnis. Nun bewies ein DNA-Test: Der Mann war nicht der Täter.

Unter dem Beifall von Freunden, Unterstützern und anderen unschuldig Verurteilten erklärte der Richter Don Adams den heute 51-Jährigen für «frei». Ein lokales Gericht hob am Dienstag ein Urteil aus dem Jahr 1980 auf. «Worte können nicht wieder gutmachen, was ich verloren habe», sagte Dupree nach dem Urteil. «Meine Eltern sind gestorben. Ich habe das Gefühl, dass sich an diesem System etwas ändern muss.»

Cornelius Dupree Junior war damals wegen der Entführung und Vergewaltigung einer 26-jährigen Weissen im Zuge eines Raubüberfalls zu 75 Jahren Haft verurteilt worden. Bereits im Juli war Dupree unter Auflagen freigekommen, zwei Wochen bevor die DNA-Tests veröffentlicht wurden, die seine Unschuld bewiesen.

Weiterer Mann bleibt in Haft

Ein weiterer Schwarzer, Anthony Massingill, der 1980 gemeinsam mit Dupree für die Vergewaltigung verurteilt worden war, wurde ebenfalls durch die DNA-Tests entlastet. Nach Angaben der Organisation Innocence Project, die die beiden Männer verteidigte, bleibt Massingill jedoch wegen einer mutmasslichen weiteren Vergewaltigung in Haft. Diese Tat bestreitet er ebenfalls. Die beiden Männer waren verurteilt worden, nachdem das damals 26- jährige Opfer sie auf einer Reihe von Fotos erkannt zu haben meinte.

Nach Angaben von Innocence Project gehen 75 Prozent der durch DNA- Tests aufgeklärten Justizirrtümer auf eine falsche Identifizierung der Täter durch Augenzeugen zurück. (sda)

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