Schweizer in Neuseeland: «Unser Camper begann plötzlich zu schütteln»
Aktualisiert

Schweizer in Neuseeland«Unser Camper begann plötzlich zu schütteln»

Schreckensminuten im Bett oder klirrende Fenster: Schweizer berichten, wie sie das Erdbeben in Neuseeland erleben.

von
bz
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Nico Decurtins und seine Frau haben sich in Wellington auf einen Hügel geflüchtet. «Unser Camper begann mitten in der Nacht zu schütteln. Zuerst dachte ich, es sei der Wind, weil Wellington eine der windigsten Städte ist.»

Nico Decurtins und seine Frau haben sich in Wellington auf einen Hügel geflüchtet. «Unser Camper begann mitten in der Nacht zu schütteln. Zuerst dachte ich, es sei der Wind, weil Wellington eine der windigsten Städte ist.»

zvg
Das Erdbeben riss Nico Decurtins Frau im Camper aus dem Schlaf. Nico Decurtins: «Zuerst dachte ich, es sei der Wind, weil Wellington eine der windigsten Städte ist.»

Das Erdbeben riss Nico Decurtins Frau im Camper aus dem Schlaf. Nico Decurtins: «Zuerst dachte ich, es sei der Wind, weil Wellington eine der windigsten Städte ist.»

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«Mein Bett schüttelte wie verrückt, Gläser fielen aus den Regalen in der Küche und der Spiegel und die Scheiben klirrten», berichtet Corinne Freestone.

«Mein Bett schüttelte wie verrückt, Gläser fielen aus den Regalen in der Küche und der Spiegel und die Scheiben klirrten», berichtet Corinne Freestone.

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«Mein Bett schüttelte wie verrückt, Gläser fielen aus den Regalen in der Küche und der Spiegel und die Scheiben klirrten», berichtet die nach Neuseeland ausgewanderte Corinne Freestone. Sie besitzt in Nelson auf der Südinsel des Landes ein Anwesen mit Bungalows. Die Situation sei beängstigend, weil man nie wisse, wann das nächste Erdbeben komme und wie stark die Erde schüttle. «Ich gehe angezogen ins Bett. An der Tür hängt eine Tasche mit meinen sieben Sachen. So kann ich das Haus im Notfall sofort verlassen.»

Alex und Manuela Benkö verbringen zurzeit ihre Honeymoon in Neuseeland. Die vergangene Nacht haben sie in Marahau in einem Camper verbracht. «Wir wurden durch ein heftiges Rütteln geweckt. Alles hat gewackelt», erzählt sie. «Es war unheimlich. Die Vögel draussen haben richtig laut geschrien. Wie Warnrufe.» Dann haben sie weitere Nachbeben gespürt, doch erst in den Morgenstunden realisiert, was geschehen war. «Das Wifi funktionierte wieder und wir sahen alle besorgten Nachrichten unserer Familien, Freunden und Verwandten», so Manuala Benkö.

Nico Decurtins und seine Frau sind in Wellington auf einen Hügel geflüchtet. «Unser Camper begann mitten in der Nacht zu schütteln. Zuerst dachte ich, es sei der Wind, weil Wellington eine der windigsten Städte ist», sagt Decurtins. Nachdem sie realisiert hätten, dass es sich um ein Erdbeben gehandelt habe, seien sie mit dem Camper auf den «nächstbesten Hügel» gefahren. «Auch viele andere Leute harren hier aus.» Zurzeit verfolgten sie die Radionachrichten gespannt. «Sobald sich die Lage beruhigt, gehen wir wieder runter.»

«Das stärkste Beben, das sie je erlebt hat»

Kurz nach Mitternacht seien sie noch wach im Bett gelegen, als sie komische Bewegungen gespürt hätten, berichtet Dario Errico. Er und seine Freundin befinden sich ferienhalber in den Bergen beim Fox-Gletscher, nahe der Westküste der neuseeländischen Südinsel. «Das Bett vibrierte sicher eine halbe Minute.» Erst um 2 Uhr hätten sie überhaupt realisiert, dass es ein Beben gegeben habe. «Weil unsere Familien uns mehrmals anriefen.» Angst hätten sie nicht. «Alle Leute schlafen, im Hotel ist es ruhig.»

R. Roths Tante wohnt in Wellington an der Island Bay. «Als wir telefonierten, brach sie gerade auf, um in eine höhere Region zu flüchten.» Die gebürtige Neuseeländerin habe dort noch nie zuvor ein solch starkes Beben erlebt. Laut Roth sind die Tante und deren Angehörigen wohlauf. «Ihr Haus wurde nicht beschädigt. Aber die meisten Leute haben Angst vor einem Tsunami:» Auch viele Nachbarn flüchteten Richtung Norden.

Nina hat in einem Hostel in Christchurch ein 15-sekunden langes Beben erlebt. «Mein Kollege und ich sind dann auf die Strasse gegangen und kehrten nach etwa 15 Minuten wieder ins Hotel zurück.» Mittlerweile seien viele wieder im Bett. «Die Stimmung hier ist sehr ruhig. Obwohl man schwache Nachbeben spüren kann, scheint sich wegen der Tsunamiwarnung niemand Sorgen zu machen.»

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