Aktualisiert 18.04.2020 11:18

Schwanger im Lockdown

«Wir erwarten ein Corona-Baby»

Zahlreiche Memes im Internet prophezeien es: Nach der Corona-Krise folgt ein Babyboom. Leserinnen erzählen, wie die Pandemie ihre Familienplanung beeinflusst.

von
Qendresa Llugiqi
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Rafaela (34) aus Lenzburg AG lachte mit ihrem Partner noch über ein Corona-Baby. «Und siehe da: Wir sind nun Ende der sechsten Schwangerschaftswoche. Wir bekommen unser Corona-Baby voraussichtlich am 12. Dezember 2020.»

Rafaela (34) aus Lenzburg AG lachte mit ihrem Partner noch über ein Corona-Baby. «Und siehe da: Wir sind nun Ende der sechsten Schwangerschaftswoche. Wir bekommen unser Corona-Baby voraussichtlich am 12. Dezember 2020.»

Leser-Reporter/zvg
Bei Melanie (40) aus Zürich hat es Ende März geklappt. «Auch wir erwarten ein Corona-Baby, jedoch ist es reiner Zufall. Natürlich freuen wir uns extrem, dass es jetzt hat; wir basteln seit einem halben Jahr an unserem Nachwuchs.»

Bei Melanie (40) aus Zürich hat es Ende März geklappt. «Auch wir erwarten ein Corona-Baby, jedoch ist es reiner Zufall. Natürlich freuen wir uns extrem, dass es jetzt hat; wir basteln seit einem halben Jahr an unserem Nachwuchs.»

Leser-Reporter/zvg
Auch Jasmin (33) aus dem Kanton Aargau ist schwanger. «Ganz unerwartet hat es dann genau eine Woche vor dem Lockdown geklappt, als es bereits anfing, etwas ruhiger zu werden. Zwar gehe ich erst Anfang Mai zum Gynäkologen, doch drei Tests und Schwangerschaftsbeschwerden sind Beweis genug. »

Auch Jasmin (33) aus dem Kanton Aargau ist schwanger. «Ganz unerwartet hat es dann genau eine Woche vor dem Lockdown geklappt, als es bereits anfing, etwas ruhiger zu werden. Zwar gehe ich erst Anfang Mai zum Gynäkologen, doch drei Tests und Schwangerschaftsbeschwerden sind Beweis genug. »

Leser-Reporter/zvg

Rafaela (34) aus Lenzburg AG

«Mein Partner und ich sind – mit einem Unterbruch dazwischen – seit rund sechs Jahren zusammen und sprechen seit längerem darüber, ein Baby zu bekommen. Wir haben sogar noch über ein Corona-Baby gelacht (lacht). Als der Lockdown dann erfolgte, dachten wir daran, den Kinderwunsch noch etwas zu verschieben – dies aus Angst vor einer möglichen Ansteckung. Wir wollten dem Baby ja nicht schaden. Als ich dann am 22. März meinen Eisprung hatte, haben wir uns dennoch entschlossen, uns unseren Babywunsch zu erfüllen. Und siehe da: Wir sind nun Ende der sechsten Schwangerschaftswoche, der Gynäkologe hat die Schwangerschaft am 14. April mittels Ultraschall bestätigt. Vorher habe ich sogar zwei Schwangerschaftstests gemacht: Einer war negativ, der andere positiv. Ich spürte aber, dass sich etwas in meinem Körper tut. Wir bekommen unser Corona-Baby voraussichtlich am 12. Dezember 2020.

Angst vor dem Virus haben wir mittlerweile nicht mehr, wir halten uns aber schon strikt an die BAG-Richtlinien und fordern das Schicksal nicht heraus. Wir gehen nur arbeiten und wieder zurück nach Hause. Zwar lässt uns die Isolation nicht durchstarten und nach Babysachen schauen, ausser natürlich online. Aber mittlerweile haben wir uns auch dazu entschieden, erst zu schauen, was wir geschenkt bekommen (lacht). Neben den Babysachen müssen wir aber noch meine Wohnung auflösen, zusammenziehen und vieles mehr. Vermutlich wird es gegen Ende etwas hektischer.»

Melanie (40) aus Zürich

«Auch wir erwarten ein Corona-Baby, jedoch ist es reiner Zufall. Natürlich freuen wir uns extrem, dass es jetzt Ende März geklappt hat; wir basteln seit einem halben Jahr an unserem Nachwuchs. Lustig ist, dass es ausgerechnet während des Lockdown geklappt hat, wo wir eigentlich weniger Paar-Zeit als normal haben: Zurzeit schicken wir unseren eineinhalbjährigen Sohn nicht mehr in die Kita, weshalb mein Mann und ich uns abwechselnd um ihn kümmern. Daneben arbeite ich im Homeoffice weiterhin 70 Prozent und mein Mann Vollzeit, wobei er dann noch für seine Weiterbildung Zeit braucht.

Auch wir haben uns lustig über einen möglichen Babyboom wegen des Lockdown gemacht. Nun fördern wir diesen sogar (lacht). Aus unserem Umfeld hat sich bisher keiner lustig gemacht. Vermutlich kommen solche Kommentare erst noch. Dass Kollegen von meinem Mann ihn damit aufziehen, kann ich mir eher vorstellen, weil ja Männer eher solche Witze machen.

Angst haben wir keine. Aus unserem Umfeld, in dem viele Ärzte oder Apotheker sind, wissen wir, dass Schwangere nicht zur Risikogruppe gehören.»

Jasmin (33) aus dem Kanton Aargau

«Seit zwei Jahren haben wir einen Babywunsch und seit rund einem halben Jahr haben wir daran gearbeitet. Ganz unerwartet hat es dann genau eine Woche vor dem Lockdown geklappt, als es bereits anfing, etwas ruhiger zu werden. Zwar gehe ich erst Anfang Mai zum Gynäkologen, doch drei Tests und Schwangerschaftsbeschwerden sind Beweis genug. Natürlich macht man sich Gedanken und Sorgen, weil man nun während einer unglaublichen Weltkrise schwanger geworden ist. Auch bin ich Asthmatikerin und weiss nicht so recht, welche Auswirkungen das Virus auf meinen Zustand hätte. Aber manche Dinge kann man im Leben eben nicht planen. Wir freuen uns sehr über unser grosses Glück. Für unsere gesamte Familie ist es ein Lichtblick in diesen schwierigen Zeiten.

Durch den Lockdown kann ich meine Schwangerschaft irgendwie in Ruhe geniessen, ich habe nicht so viele Verpflichtungen, muss mit meinen Schwangerschaftsbeschwerden nicht arbeiten gehen und habe generell etwas mehr Zeit für mich selbst. Schade ist nur, dass wir unsere Eltern nicht besuchen können, weil die zur Risikogruppe gehören. Daher hatten wir noch nicht wirklich Zeit, die Freude über unsere Schwangerschaft mit ihnen zu teilen. Und eigentlich wollten wir dieses Jahr – nach rund sieben Jahren Beziehung – heiraten, doch wir wissen nicht, in welchem Rahmen diese Feier nun stattfinden kann oder ob wir sie ganz verschieben.

Trotzdem: Wäre ich nicht schon kurz vor dem Lockdown schwanger geworden, hätte ich ganz bestimmt den Lockdown dafür genutzt, weil wir ja auch wirklich mehr Zeit zu zweit haben.»

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