Aktualisiert 07.12.2017 14:44

VaterunserUnser Gebet hat einen Übersetzungsfehler

Wir beten seit Jahrhunderten falsch, denn offenbar enthält das bekannteste Gebet der Christen einen Übersetzungsfehler. Das sagt kein Geringerer als der Papst.

von
gux
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Es geht um den Satz im wohl bekanntesten Gebet der Christen, dem Vaterunser: «Und führe uns nicht in Versuchung».

Es geht um den Satz im wohl bekanntesten Gebet der Christen, dem Vaterunser: «Und führe uns nicht in Versuchung».

Joshua Trujillo
Der Papst höchstpersönlich sagt, das sei «keine gute Übersetzung». Besser findet er ...

Der Papst höchstpersönlich sagt, das sei «keine gute Übersetzung». Besser findet er ...

AP/Vincenzo Pinto
... «Lass uns nicht in Versuchung geraten». Denn: «Wer dich in Versuchung führt, ist Satan», sagt Franziskus.

... «Lass uns nicht in Versuchung geraten». Denn: «Wer dich in Versuchung führt, ist Satan», sagt Franziskus.

AP/Gregorio Borgia

Das Vaterunser ist das am meisten verbreitete Gebet der Christen. Laut Neuem Testament geht das Gebet auf Jesus selbst zurück, der es seine Jünger gelehrt haben soll. Es gibt zwei Versionen, die von Lukas und jene von Matthäus, und verschiedene Fassungen.

Der Satz «Et ne nos inducas in tentationem», «Und führe uns nicht in Versuchung», ist ihnen allen gemein. Ausgerechnet Papst Franziskus hat diesen Satz in seiner übersetzten Bedeutung kritisiert. Dies sei «keine gute Übersetzung», sagte er laut der Nachrichtenagentur Kathpress in einem Interview des italienischen Senders TV2000.

«Lass uns nicht in Versuchung geraten»

Er gab damit französischen Bischöfen recht. Diese hatten beschlossen, dass es in katholischen Gottesdiensten in Frankreich seit dem ersten Adventsonntag statt dessen heisst «Lass uns nicht in Versuchung geraten».

Wie der Papst jetzt ausführte, sei es nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. «Ein Vater tut so etwas nicht; ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan», sagte der Papst.

Im Zusammenhang mit der französischen Initiative hatten auch Theologen im deutschen Sprachraum eine Anpassung verlangt.

Jesus korrigieren?

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer warnte hingegen vergangene Woche vor einer «Verfälschung der Worte Jesu».

Die Vaterunser-Bitte «Führe uns nicht in Versuchung» sei genau so bei den Evangelisten Matthäus und Lukas überliefert.

Es gehe nicht, Jesus diesbezüglich zu korrigieren, so der frühere Dogmatikprofessor. Gleichwohl müssten und könnten diese Worte so erklärt werden, «dass das Gottesbild nicht verdunkelt wird».

Hand aufs Herz: Können Sie das ganze Gebet auswendig? Falls nicht, hier eine Gedächtnisstütze in der gegenwärtigen ökumenischen Fassung:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung (oder jetzt neu: «Lass uns nicht in Versuchung geraten»), sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen. (gux/sda)

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