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Alternative HeilmethodenUnser Gehirn reagiert auf den Akupunktur-Pieks

Beim Thema Akupunktur streiten sich Anhänger und Skeptiker. Wirkt das Einstechen der Nadeln, oder hilft es vor allem, wenn man daran glaubt?

von
Santina Russo
Von den chinesischen Nadeln erhoffen sich viele Menschen Hilfe.

Von den chinesischen Nadeln erhoffen sich viele Menschen Hilfe.

Gegen Allergien und Migräne oder zur Unterstützung beim Rauchstopp – viele schwören auf Akupunktur. Ob das Vertrauen in die Heilmethode gerechtfertigt ist, untersuchen Forschende des Instituts für komplementäre und integrative Medizin des Unispitals Zürich. In einer Studie haben sie analysiert, was während der Akupunktur im Gehirn von Probanden passiert.

Dazu erhielten Versuchspersonen zweimal Nadeln gesetzt: Einmal genau an einem gängigen Akupunktur-Punkt, einmal nur in dessen Nähe. Dabei haben die Forschenden die Hirnaktivität der Versuchspersonen gemessen.

Weiterhin offene Fragen

Resultat: Tatsächlich reagierte das Gehirn anders, je nachdem, ob die Nadel im Akupunktur-Punkt steckte oder nicht. «Unterschiede zeigten sich unter anderem in Hirnregionen, die auf Schmerzen reagieren», sagt Claudia Witt, Leiterin der Studie.

Ist damit bewiesen, dass die Wirkung der Akupunktur auf mehr als nur dem Placebo-Effekt beruht? «Abschliessend können wir das noch nicht sagen», so Medizinerin Witt. Denn ob die gemessene Hirnaktivität wirklich einen Einfluss auf Migräne oder andere Beschwerden hat, bleibt unklar.

In früheren Studien hatte sich bereits gezeigt, dass Akupunktur gegen manche chronische Schmerzen und Heuschnupfen hilft. Einen grossen Teil dieser Wirkung machte allerdings der Placebo-Effekt aus. Bis auf Weiteres bleibt es also dabei: Akupunktur wirkt deutlich besser, wenn man daran glaubt.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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