28.09.2020 10:17

Best-of Doktor Sex«Unser Sex ist einfach grausam langweilig!»

Seit 2008 beantwortet Bruno Wermuth als Doktor Sex wöchentlich die dringendsten Fragen rund um Liebe, Beziehungen und Sex. Wir zeigen in einem Best-of die spannendsten Fragen unserer Leserinnen und Leser.

von
Bruno Wermuth, Julia Ullrich
Romano (31) ist fast wunschlos glücklich. Zwischen ihm und seiner Freundin passt alles – ausser das gemeinsame Sexleben. Doktor Sex weiss Rat. 

Romano (31) ist fast wunschlos glücklich. Zwischen ihm und seiner Freundin passt alles – ausser das gemeinsame Sexleben. Doktor Sex weiss Rat.

Unsplash 

Frage von Romano an Doktor Sex

Ich (31) bin seit gut einem Jahr mit meiner Freundin zusammen. Eigentlich stimmt alles. Genauso, wie wir zusammen lachen, sind wir auch ernsthaft, teilen viele gemeinsame Interessen, können aber auch problemlos für eine Weile jeder für sich sein eigenes Ding machen. Das Einzige, was für mich und durch mein Verhalten auch für sie nicht stimmt, ist unser Sexleben.

Sie kommt aus einer eher traditionellen Kultur. Für sie fängt Sex mit Küssen an und endet mit der Vereinigung in der Missionarsstellung. Ich glaube auch, dass durch die religiöse Erziehung Sex für sie generell etwas Unanständiges ist. Ich hingegen bin generell sehr modern und experimentierfreudig und hatte auch schon einige sehr gute Sexpartnerinnen, mit denen ich mich voll ausleben konnte. Ich erwarte ja nicht, dass sich von einem Tag auf den anderen alles verändert, aber wir sind nun ein Jahr zusammen, und der Sex ist immer noch der gleiche und einfach grausam langweilig: Küssen, Licht ausschalten, Missionarsstellung, Ende.

Ich vermisse Oralsex, verschiedene Stellungen und generell das Abenteuerliche beim Sex. Wenn ich versuche, mit ihr darüber zu sprechen, wiegelt sie jedes Mal ab. Das ist sehr schade, da sonst alles – wirklich alles – stimmt. Was kann ich tun, damit sich unser Sexleben verändert?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Romano

dass euer Sexleben so langweilig ist, kann unmöglich nur an der kulturellen und religiösen Herkunft deiner Freundin liegen. Für schlechten Sex braucht es genauso wie für guten auch immer mindestens zwei. Es mag zwar sein, dass deine Freundin beim Liebesspiel etwas gehemmt ist. Du trägst jedoch mit deiner Eigenart und deinem Verhalten genauso dazu bei, dass der von dir beschriebene Ablauf so überhaupt zustande kam und sich mittlerweile ein ganzes Jahr lang unverändert halten konnte.

Wenn du willst, dass sich etwas verändert, solltest du dich auch so verhalten und Unterschiede installieren, die auch wirklich einen Unterschied machen. Zwei Dinge scheinen mir in diesem Zusammenhang wichtig:

Reden und Initiative ergreifen

Erstens solltest du in Zukunft nicht einfach nur versuchen, mit deiner Freundin über euren Sex zu reden, sondern es auch tatsächlich tun, auch wenn sie abwiegelt. Dies bedeutet, dass du deine bisherige Strategie ändern und die Dinge beim Namen nennen musst, auch wenn dir das angesichts der zu erwartenden Reaktion deiner Freundin möglicherweise selber ein bisschen peinlich ist. Falls dir das zu schwierig scheint, könnt ihr euch dafür auch fachliche Unterstützung holen.

Zweitens solltest du im Bett die Initiative ergreifen und handeln, statt darauf zu warten, dass sich deine Freundin verändert. Damit meine ich nicht, dass du sie zu Handlungen zwingen sollst, sondern dass du deinen Erfahrungsschatz nutzt und ihr zeigst, was es in Sachen Sex neben der Missionarsstellung sonst noch zu erleben gibt. Indem du die Führung übernimmst, ersparst du deiner Freundin peinliche Situationen. Zudem ermöglichst du ihr so, sich einfach hinzugeben und zu geniessen. Viel Glück beim Ausprobieren!

Bruno Wermuth

Bruno Wermuth

Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als Doktor Sex beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. Hier zeigen wir in den kommenden Wochen die Best-ofs der letzten Jahre. Brunowermuth.ch

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21 Kommentare
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Kommunikator

29.09.2020, 20:25

Reden hilft, hab noch kein(e) hellseher(in krnnengelernt. Viele sind dafür zu verklemmt oder ängstlich

barbamama

29.09.2020, 18:01

ein jahr zusammen und noch keinen weg gefunden, dass sie ihm vertraut, sich bei ihm fallen lässt? das ist wohl eher SEIN fehler als ihrer kultur geschuldet!

Therapeutin

29.09.2020, 14:47

Zu häufiger Filmlikonsum, kann zu einem langweiligen Empfinden, des eigenen Spass führen