Gravitationswellen entdeckt: Unser Verständnis vom Universum ändert sich
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Gravitationswellen entdecktUnser Verständnis vom Universum ändert sich

Es ist vollbracht: Erstmals wurden Gravitationswellen gemessen. Damit beginnt eine neue Ära der Astronomie.

von
Fee Riebeling

Das Gravitationswellen-Observatorium LIGO hat am 11. Februar die Entdeckung der von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen verkündet. Doch was bedeutet das? 20 Minuten gibt einen Ausblick.

Warum ist die Entdeckung der Gravitationswellen eine Sensation?

Einstein beschrieb bereits vor 100 Jahren, wie die Raumzeit durch Gravitationswellen geschoben und gezogen wird und wie sich beispielsweise Neutronensterne und Schwarze Löcher darin bewegen. Messen oder nachweisen liess sich das mangels fehlender Technologien bislang nicht. Dass es Wissenschaftlern nun erstmals gelungen ist, könnte den an der aktuellen Entdeckung beteiligten Forschern den Physik-Nobelpreis einbringen.

Welche unmittelbare Bedeutung hat der direkte Nachweis für den Menschen auf der Erde?

Der direkte Nachweis der Gravitationswellen stellt vor allem einen Meilenstein für die Forschung dar. Das alles befindet sich allerdings im Bereich der Grundlagenforschung. Für den Menschen wird sich dadurch erstmal nichts ändern.

Was bedeutet der Nachweis für die Forschung?

Mit dem Nachweis der Gravitationswellen haben die Forscher eine neue Ära in der Astronomie und Physik eingeläutet. Oder in anderen Worten: «Das wirklich Spannende ist das, was nun folgen wird», wie ein an der Entdeckung beteiligter Forscher kommentierte. So liessen sich nun erstmals Schwarze Löcher direkt beobachten, sagte Alessandra Buonanno, Direktorin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam. Die Möglichkeit, Gravitationswellen direkt zu messen, stelle ein fundamental neues Werkzeug zur Erforschung des Universums dar.

Was hat der Nachweis der Gravitationswellen mit Schwarzen Löchern zu tun?

Mit ihr könnte sich endgültig die Existenz von Schwarzen Löchern nachweisen lassen und auch, dass die Fusion solcher Löcher genau so vonstatten geht, wie sie von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt wird. Zwar haben Astronomen bereits zahlreiche indirekte Belege für derartige Phänomene gesammelt, doch diese stammen ausnahmslos von Beobachtungen der Sterne und ultraheissen Gaswolken, die um Schwarze Löcher kreisen – und nicht von diesen selbst.

Wird sich nun unser Verständnis vom Universum verändern

Das könnte tatsächlich geschehen. Denn Wissenschaftler sind nun erstmals in der Lage, die Auswirkung der grössten Geschehnisse der Geschichte – wie beispielsweise den Urknall – zu untersuchen. Sie können in die entferntesten Ecken des Weltraums schauen. Wellen, die durch den Urknall entstanden sind, könnten uns zum Beispiel neue Erkenntnisse darüber geben, wie sich das Universum geformt hat.

(mit Material der sda)

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