Aktualisiert 19.09.2018 13:19

Master Distiller von Jack Daniel's«Unser Whiskey ist der wahre Rockstar»

An Jack Daniel's scheiden sich die Geister. 20 Minuten hat mit dem Master Distiller Jeff Arnett über Vorurteile gegenüber dem ikonischen Whiskey gesprochen.

von
lme
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Jeff Arnett (51) ist im US-Bundesstaat Tennessee geboren, wo auch der Whiskey Jack Daniel's herkommt. Dennoch war es nicht ganz einfach den Job als Master Distiller, dem obersten Hüter über den Geschmack des Whiskeys, zu bekommen.

Jeff Arnett (51) ist im US-Bundesstaat Tennessee geboren, wo auch der Whiskey Jack Daniel's herkommt. Dennoch war es nicht ganz einfach den Job als Master Distiller, dem obersten Hüter über den Geschmack des Whiskeys, zu bekommen.

Jack Daniel's
Arnett studierte zunächst Ingenieurswesen und arbeitete in der Automobilindustrie, bis er 2001 als Qualitätsprüfer zu Jack Daniel's kam, 2008 wurde er zum Master Distiller ernannt und letztes Jahr wählte ihn das «Whisky Magazine» zum Master Distiller of the Year. «Ich bin der erste Master Distiller, der nicht mit Jack Daniel verwandt ist oder zumindest aus Lynchburg stammt», sagt er im Interview mit 20 Minuten.

Arnett studierte zunächst Ingenieurswesen und arbeitete in der Automobilindustrie, bis er 2001 als Qualitätsprüfer zu Jack Daniel's kam, 2008 wurde er zum Master Distiller ernannt und letztes Jahr wählte ihn das «Whisky Magazine» zum Master Distiller of the Year. «Ich bin der erste Master Distiller, der nicht mit Jack Daniel verwandt ist oder zumindest aus Lynchburg stammt», sagt er im Interview mit 20 Minuten.

Jack Daniel's
Warum er den begehrten Job trotzdem bekommen hat? «Ich bin transparent, blieb immer ich selbst und habe klar aufgezeigt, dass ich der Marke helfen will», sagt Arnett.

Warum er den begehrten Job trotzdem bekommen hat? «Ich bin transparent, blieb immer ich selbst und habe klar aufgezeigt, dass ich der Marke helfen will», sagt Arnett.

Jack Daniel's

In 152 Jahren kommen und gehen viele wichtige Persönlichkeiten. Zwölf Päpste zum Beispiel oder 28 US-Präsidenten. Im selben Zeitraum amteten aber gerade einmal sieben Master Distiller für die legendäre Whiskey-Brennerei Jack Daniel's in Lynchburg im US-Bundesstaat Tennessee. Der zurzeit oberste Hüter über die Qualität der bekanntesten Whiskey-Marke der Welt ist Jeff Arnett (51), ein freundlicher US-Amerikaner mit blonden Haaren und akurat getrimmtem Henriquatre-Bart.

20 Minuten traf ihn in einem Zürcher Hotel, um mit ihm über seinen Whiskey zu sprechen, ein Produkt, an dem sich die Geister scheiden. Für manche ist Jack Daniel's die Verkörperung von Stil und dem Lebensgefühl des Rock 'n' Roll, für andere einfach nur ein beliebiger, günstiger Schnaps. «Wenn man Jack Daniel's bereits mit negativen Gefühlen probiert, dann kann es keine gute Erfahrung werden», sagt Jeff Arnett. Verkoste man Jack jedoch blind, so fallen die Urteile oft komplett anders aus, sagt er und untermauert die Aussage mit Zahlen: «Pro Jahr produzieren wir ungefähr 80 Millionen Liter Whiskey und verkaufen um die 160 Millionen Flaschen in 170 Ländern.» Diese Mengen machen den Spirit zum erfolgreichsten Whiskey der Welt.

Frank Sinatra machte Jack Daniel's zur Weltmarke

«Der Aufstieg begann 1955 mit einem Auftritt», erzählt Arnett. Frank Sinatra kam mit einer Flasche Old No. 7 auf die Bühne und sagte: ‹Das ist Jack Daniel's, der Nektar der Götter.› Im folgenden Jahr verdoppelte sich die Nachfrage und es dauerte fast 25 Jahre, bis wir die Nachfrage bedienen konnten», schildert Arnett die Erfolgsgeschichte.

Heute sind es vor allem Rockstars, die Jack Daniel's feiern. Der verstorbene Musiker Lemmy Kilmister von ­Motörhead ernährte sich quasi von Jack mit Cola, Slash von Guns N' Roses trinkt seinen Jack Daniel's vorzugsweise direkt aus der Flasche. «Klar, Rockstars haben nicht unbedingt den verantwortungsvollsten Umgang mit Alkohol», sagt Jeff Arnett im Gespräch mit 20 Minuten. Die Firma habe ihnen aber viel zu verdanken. Letzte Frage: Ist man als Master Distiller von Jack Daniel's selber ein bisschen ein Rockstar? Arnetts Anwort: «Nein. Aber die Marke ist ganz bestimmt einer.»

Geheimnis um eine Ikone

Jasper «Jack» Newton Daniel startete seine Karriere mit 14 Jahren, als er einem Priester seine erste Brennblase abkaufte. Zum 150. Geburtstag von Jack Daniels vor zwei Jahren lüftete das Unternehmen ein Geheimnis: Nicht der weisse Priester brachte Jack die Brennkunst bei, sondern dessen Sklave Nathan Green. «Jacks bester Whisky war damals etwa so gut, wie unser schlechtester heute», sagt Master Distiller Jeff Arnett im Gespräch mit 20 Minuten.

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