Noch eine Chance: Unser zweites Eisen im ESC-Feuer
Aktualisiert

Noch eine ChanceUnser zweites Eisen im ESC-Feuer

Sollten Sinplus den Sprung ins Finale nicht schaffen, haben wir noch eine zweite Hoffnung für den ESC: Die dänische Vertreterin Soluna Samay besitzt einen Schweizer Pass.

von
Marlies Seifert
Baku

Die süsse Schweizerin Soluna Samay stand in Baku 20 Minuten Online Red und Antwort.

Am Dienstagabend tritt Soluna Samay im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest an - für Dänemark. Die 22-Jährige hat aber eine Schweizer Mutter und besitzt deshalb den Roten Pass. Das Interview führen wir auf Hochdeutsch, das Soluna fliessend spricht, denn ihr Daddy ist ein Deutscher.

Soluna, wie geht es dir so kurz vor dem Halbfinale?

Soluna Samay: Danke, gut. Gestern war ich viel nervöser, weil wir von der Jury bewertet wurden. Jetzt weiss ich, dass die Hälfte der Stimmen damit schon vergeben sind und das beruhigt mich irgendwie.

Du hast einen Schweizer Pass, wieso gehst du für Dänemark an den Start?

Ich bin in Guatemala geboren. Als ich zehn war sind meine Eltern mit mir nach Dänemark gezogen. Dort habe ich die Schule abgeschlossen und bin zur Uni gegangen. Trotzdem hätte ich es niemals geglaubt, wenn mir jemand vor zwölf Jahren gesagt hätte, dass ich irgendwann für Dänemark am Eurovision Song Contest teilnehmen werde.

Wie kam es denn dazu?

Der dänische Produzent meines Songs hat mich angerufen und gefragt, ob ich den Song singen möchte. Ich war damals lustigerweise bei meinem Grosi in Luzern. Sie hat gemeint, wenn man nichts probiert hat man schon im vornherein verloren. Deshalb hab ich mir gedacht, wieso nicht probiere.

Trittst du auch heute Abend auch ein bisschen für die Schweiz an?

Ja, klar, ich habe ja einen Schweiz Pass und meine ganze Familie ist in Luzern. Mein Grosi, mein Grossdätti, meine ganzen Tanten und meine 15 Cousinen und Cousins. Die sind alle wahnsinnig stolz auf mich und sind ganz aus dem Häuschen. Sie haben allen erzählt, dass ich dabei bin. Ich hoffe schon, dass die Schweizer das Gefühl haben, dass ich auch für sie auf der Bühne stehe.

Soluna Samay mit ihrem ESC-Song Should've Known Better

Quelle: YouTube

Du bist zum Teil in Guatemala aufgewachsen, deine Eltern sind eine Schweizerin und ein Deutscher und heute lebst du in Dänemark - wo ist deine Heimat?

Ich fühle mich als Weltbürger und freue mich, dass ich ganz viele unterschiedliche Länder repräsentiere. Natürlich spüre ich aber einen besonderen Bezug zur Schweiz. Schliesslich kommt meine Mama dort her und das hat mich natürlich geprägt.

Was ist denn an dir typisch schweizerisch?

Ach, das ist so schwer zu sagen, aber ich denke von meiner Mutter habe ich zum Beispiel gelernt, dass Familienzusammenhalt etwas sehr Wichtiges ist und auch meine Verwandten in der Schweiz leben mir das vor. Ach, und mein Lieblingsgericht ist natürlich auch typisch Schweizerisch: Alplermaggrone - die hab ich schon seit ich ein kleines Kind bin immer am liebsten gehabt.

Sprichst du Schweizerdeutsch?

I cha scho es bitzeli Schwyzerdütsch (lacht). Verstehen tu ich alles. Ich besuche meine Verwandten etwa zwei Mal im Jahr in der Schweiz. Bei uns zu Hause wurde aber immer Hochdeutsch gesprochen.

Sind deine Eltern heute Abend auch da?

Nein, sie sind daheim in Dänemark. Ich wollte ihnen den ganzen Rummel nicht zumuten und für mich ist es auch leichter mich zu konzentrieren, wenn ich mir keine Sorgen um meine Eltern machen muss.

Wie verstehst du dich mit den Schweizer Vertretern Sinplus?

Total gut. Wir sind im gleichen Hotel. Sie sind zwei ganz lockere, bescheidene Typen und haben mir auch gleich zum Anfang des Wettbewerbs gesagt, dass sie meinen Song mögen. Sinplus machen wie ich nicht typische Eurovisions-Musik, das verbindet.

Hoffst du auf Stimmen aus der Schweiz?

Ja, unbedingt. Bitte ruft für mich an! Ihr habt die einmalige Chance, gleich zwei Schweizer Acts im Finale zu haben!

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