Polizei Konstanz über Raser - «Unsere langsamen Polizeiautos kommen den Schweizer Lambos nicht hinterher»
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Polizei Konstanz zu Raser-Rennen«Unsere langsamen Polizeiautos kommen den Schweizer Lambos nicht hinterher»

Eine Datenrecherche zeigt, dass es seit 2018 im Landkreis Konstanz (D) zu mehr als 50 gemeldeten Strassenrennen kam. Viele Rennfahrerinnen und Rennfahrer stammen aus der Schweiz.

von
Vincent Vogler
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Im Landkreis Konstanz (D) kommt es immer wieder zu Strassenrennen mit Schweizer Beteiligung. 

Im Landkreis Konstanz (D) kommt es immer wieder zu Strassenrennen mit Schweizer Beteiligung.

Polizeipräsidium Konstanz
Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2015: Zwei Schweizerinnen und Schweizer geben sich ein Rennen auf der A98 zwischen Singen (D) und der Ausfahrt Stockach West (D).

Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2015: Zwei Schweizerinnen und Schweizer geben sich ein Rennen auf der A98 zwischen Singen (D) und der Ausfahrt Stockach West (D).

Polizeipräsidium Konstanz
Die Polizei versucht, mit verstärkten Kontrollen und Tempobegrenzungen durchzugreifen.

Die Polizei versucht, mit verstärkten Kontrollen und Tempobegrenzungen durchzugreifen.

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Darum gehts

  • Im Landkreis Konstanz (D) kam es in den vergangenen drei Jahren zu einigen Autorennen.

  • 15 Rennfahrerinnen und Rennfahrer konnte die deutsche Polizei seither ausfindig machen und überführen.

  • Mehr als die Hälfte davon waren Schweizerinnen und Schweizer.

Über 50 gesetzeswidrige Strassenrennen in den vergangenen drei Jahren: Der Landkreis Konstanz (D) ist ein beliebter Ort für Autoposerinnen und Autoposer, Raserinnen und Raser und auch für Lenkerinnen und Lenker, die sich bei Autorennen messen. Nicht selten mit Schweizer Beteiligung, wie die Vergangenheit zeigt. Der «Südkurier» veranschaulicht in einer Datenrecherche, wo Rennfahrerinnen und Rennfahrer im Landkreis Konstanz am liebsten aufs Gas drücken. Der Landkreis Konstanz liegt gleich an der Grenze zur Schweiz.

Besonders beliebt sind 50 Kilometer auf der A81 zwischen dem Autobahnkreuz Hegau (D) und Geisingen (D). Dort flitzten seit 2018 offenbar die meisten Rennfahrerinnen und Rennfahrer über den Asphalt. Doch die Autobahn ist längst nicht mehr der einzige Ort, der sich für Rennen zu eignen scheint: Allein in diesem Jahr gab es mindestens fünf Rennen innerorts – drei davon in der Stadt Konstanz.

Nur wenige Rennfahrerinnen und Rennfahrer werden ausfindig gemacht

Uwe Vincon, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, bestätigt das Problem auf Anfrage gegenüber 20 Minuten: «Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer der durchgeführten Autorennen deutlich höher ist.» 15 Fahrerinnen und Fahrer habe man in den vergangenen drei Jahren nach einem Rennen anhalten und büssen können. Pikant: Mehr als die Hälfte davon waren mit Schweizer Kennzeichen unterwegs – insgesamt neun an der Zahl.

Vincon betont, dass es schwer sei, Raserinnen und Raser ausfindig zu machen. «Unsere langsamen Polizeiautos kommen den Schweizer Lambos halt nicht hinterher», sagt er mit einem Augenzwinkern und ergänzt: «Es ist schlichtweg schwer mit dem Streifenwagen am Ort der Raserei zu sein, bevor sich die Fahrerinnen und Fahrer wieder aus dem Staub machen.» Im Falle einer Renn-Meldung gehe man aber folgendermassen vor: «Unsere Streifenwagen versuchen, sich sofort an den Ausfahrten der Autobahn zu platzieren und die Lenkerinnen und Lenker dann abzufangen», so Vincon.

Rennfahrerinnen und Rennfahrer sorgen für Tempolimit von 130 Stundenkilometer

Auffallend sei, dass oft kurzerhand Handys oder GoPros aus den Fenstern der Autos geworfen werden, wenn die Täterinnen und Täter bemerken, dass sie erwischt wurden. «Diese finden wir aber meistens wieder. Auf den Geräten lassen sich dann oft Aufnahmen von den Rennen finden, die unseren Ermittlungen natürlich weiterhelfen», sagt der Polizeisprecher. Und was droht einem Schweizer Rennfahrer oder einer Schweizer Rennfahrerin, wenn er oder sie erwischt wird? Das sei fallabhängig. Grundsätzlich müsse man aber mit einer hohen Busse sowie der Beschlagnahmung des Fahrzeuges rechnen. «Zudem melden wir das Vergehen an die Schweizer Kolleginnen und Kollegen, die den Fall ebenfalls prüfen.»

Um die Rasereien in Zukunft einzugrenzen, hat das Polizeipräsidium Konstanz bereits einige Massnahmen gesetzt: «Wir führen verstärkte Verkehrsüberwachungen durch – sei es durch polizeiliche Präsenz oder durch die Installation von Kameras an bekannten Raser-Orten», erklärt Vincon. Aufgrund der Rennfahrerinnen und Rennfahrer wurde in den vergangenen Jahren zudem auf einigen Abschnitten der Autobahnen ein Tempolimit von 130 Stundenkilometer eingeführt.

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