Mundart-Hype Hainan: «Unsere Musik gehört ins Hallenstadion»
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Mundart-Hype Hainan«Unsere Musik gehört ins Hallenstadion»

Levin und Juri konnten sich zuerst nicht ausstehen. Zum Glück haben sie sich zusammengerauft und als Hainan nun das aufregendste Mundart-Album des Jahres releast.

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shy

Red Bull hat Hainan (Juri, rechts und Levin) zusammen mit Cobee, Dawill und Mercee zum gemeinsamen Musikmachen im Sommer in einer Hütte am Melchsee im Kanton Obwalden einquartiert. Herausgekommen sind unter anderem die Hainan-Albumtracks «Siedlig» und «Life» – auf Letzterem sind Dawill und Cobee sogar zu hören. <i>(Video: Red Bull)</i>

Sie konnten sich nicht riechen

Zum ersten Mal begegnet sind sich Juri Mischler und Levin Dennler vor fünf, sechs Jahren vor der Reitschule in Bern. «Unsere Freundschaft hatte Anlaufschwierigkeiten», gibt Levin zu. Juri erklärt vage: «Wir gehörten verschiedenen Gruppen an und fanden uns darum zu Beginn nicht so toll.»

«Alkohol und Zeit heilen alle Wunden»

«Ich habe mich irgendwann mit seinem besten Kumpel angefreundet», fährt er fort, «so haben wir uns schliesslich versöhnt.» «Alkohol und Zeit heilen alle Wunden», weiss Levin.

«I gloub mir finde hie nid, was nid scho isch hie gsi, Girl, möcht vrschwinde mit dir» (Quelle: Youtube/HainanVEVO)

Sie waren wirklich auf Hainan

Der Bandname Hainan ist keine Erfindung der beiden Berner, sondern eine Ferieninsel im Süden Chinas. Juri hat Sinologie studiert und lebte ein Jahr lang in Shanghai. Darum machten er und Levin letztes Jahr zusammen Ferien in China und «beschlossen, über Shanghai und Hainan zurück in die Schweiz zu fliegen», so Juri.

«In Shanghai haben wir aber vier Nächte lang krass über unseren Verhältnissen gelebt. Auf Hainan stellten wir dann fest: ‹Unser Rückflug geht in zwei Wochen, aber wir können uns diese zwei Wochen nicht leisten.›» Sie organisierten sich kurzerhand etwa zehn Bar-Gigs, um die Portokasse aufzufüllen.

«Wenns in der Schweiz nicht klappt, spielen wir wieder Bar-Gigs in China»

Juri: «Wir hätten eigentlich dort bleiben und so über die Runden kommen können. Hainan ist darum so was wie ein Exit-Point. Wenns in der Schweiz nicht klappt, könnten wir uns dort auf jeden Fall mit kleinen Bar-Konzerten durchschlagen.»

Bern oder Zürich? Sie lieben beides!

«Ich gehe heute gern immer wieder zurück, aber irgendwann hat man in Bern halt mit jedem mal gesprochen», erklärt Juri seinen Wegzug aus der Bundesstadt und Levin ergänzt: «Der nächste Step war Zürich. Ich bin sehr happy hier – abgesehen von den wahnsinnig hohen Mietpreisen.»

Weitaus mehr Liebe als für die Mietzinse hat das Duo fürs Nachtleben der Limmatstadt. Wenn du den beiden persönlich zu ihrem selbstbetitelten Debütalbum gratulieren möchtest, triffst du sie am ehesten in der Bar 3000, in der Zukunft, im Mikro, in der Braui, im Exil, im Schnupf und in der Rothaus Bar an.

«Mir bewege üs wi losi Banknote imne Wirbuwind» (Quelle: Youtube/HainanVEVO)

Sie wollen ins Hallenstadion

Indem er viel für andere produziert, kann Levin mittlerweile vom Musikmachen leben. «Sehr schlecht zwar, aber es geht.» Für Juri wäre das nichts, er mag seinen Uni-Job neben der Musik. «Ich bin kein Produzent und ich schreibe nur schweizerdeutsche Lyrics.»

«Das höchste der Gefühle für jemanden wie mich ist ein Weihnachtssong mit Stefanie Heinzmann»

«Das höchste der Gefühle für jemanden wie mich ist ein Weihnachtswerbungs-Song zusammen mit Stefanie Heinzmann, eine ‹Schweizer Illustrierte›-Homestory und zweimal im Jahr über einen roten Teppich latschen.»

«Ausserdem möchte ich nicht Musik machen, von der ich zwar Leben kann, an der ich aber keine Freude habe», fährt er fort. Er zweifelt daran, dass sie mit Mundart Ähnliches erreichen wie zum Beispiel Hecht und das Hallenstadion füllen werden.

Obwohl: «Eigentlich gehören wir schon ins Hallenstadion – die Leute checken es nur noch nicht.»

Hainans Debütalbum «Hainan» (Universal Music) ist jetzt als Stream und als Download verfügbar.

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