Aktualisiert 24.03.2020 16:43

Ralph Stöckli

«Unsere Sportler sollen sich jetzt zuerst sammeln»

Dass die Olympischen Spiele von Tokio nicht diesen Sommer stattfinden, beruhigt auch Ralph Stöckli. Fünf Fragen an den Chef de Mission von Swiss Olympic.

von
Marcel Allemann
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Am 30. März 2020 wird bekannt, dass die verschobenen Olympischen Sommerspiele im Sommer 2021 stattfinden. Am 24. März hatte das IOK entschieden, den Anlass zu verschieben.

Am 30. März 2020 wird bekannt, dass die verschobenen Olympischen Sommerspiele im Sommer 2021 stattfinden. Am 24. März hatte das IOK entschieden, den Anlass zu verschieben.

Keystone/Jean-christophe Bott
Die Coronavirus-Pandemie hat die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen.

Getty Images/Carl Court
Neu werden die Olympischen Spiele in Tokio am 23. Juli 2021 eröffnet.

Neu werden die Olympischen Spiele in Tokio am 23. Juli 2021 eröffnet.

Getty Images/Tomohiro Ohsumi

Ralph Stöckli, sind Sie erleichtert?

Ja, definitiv. Ich bin nun sogar positiv überrascht, dass dieser Grundsatzentscheid so rasch fiel. Unsere Haltung haben wir dem IOK am Montag bekannt gegeben. Für die Athletinnen und Athleten war eine vernünftige Vorbereitung mit dem ursprünglichen Termin schlicht nicht mehr möglich.

Ist es für Sie die beste Lösung, wenn die Spiele im Sommer 2021 stattfinden? Oder würden Sie einen anderen Termin, wie etwa den Herbst 2020 oder den Frühling 2021, bevorzugen?

Das kann ich nicht einschätzen. Für mich ist wichtig, dass der Grundsatzentscheid gefallen ist. Die Lage neu einordnen, beurteilen und entscheiden, was das Beste ist, sollen die zuständigen Gremien. Es liegt nicht an uns, nun Wünsche zu äussern.

Wie geht es nun bei Swiss Olympic weiter?

Wir warten nun mal auf den definitiven Entscheid bezüglich des Termins der Spiele. Wie auch immer dieser ausfallen wird, wir sind vorbereitet, wir fangen nicht bei null an. Eine zusätzliche Herausforderung wird sein, dass die nächsten Sommerspiele nun terminlich an die nächsten Winterspiele heranrücken werden. Doch das werden wir meistern.

Für den ursprünglichen Olympia-Termin hatten sich verschiedene Schweizer Sportler bereits qualifiziert oder Quotenplätze herausgeholt. Nun entsteht eine völlig neue Ausgangslage. Wie sehen Sie diese?

Das ist so. Es muss vieles neu beurteilt werden. Bleiben die Quotenplätze erhalten oder nicht? Können Qualifikationsturniere stattfinden? Gibt es neue Qualifikationsturniere? Sie sehen, es gibt Fragen über Fragen, die geklärt werden müssen.

Für viele Schweizer Sportler war die Planung auf den ursprünglichen Olympia-Termin im Juli ausgerichtet. Da könnte jetzt eine gewisse Ziellosigkeit entstehen, zumal auch nicht klar ist, wann es in ihren Sportarten wieder Wettkämpfe geben kann. Was empfehlen Sie Ihren Athletinnen und Athleten?

Das ist eine gewisse Gefahr. Wir sind uns bewusst, dass für sie vieles nun ungewiss ist. Aber sie sollen nun erst einmal durchschnaufen und sich sammeln, bevor sie dann mit einer neuen Planung und dem Neuaufbau beginnen. Und es gibt ja nicht nur Olympische Spiele. Irgendwann wird es wieder Wettkämpfe geben.

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