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Nicaragua«Unsere Stadt ist vollständig umzingelt»

Nicaraguanische Polizisten und Paramilitärs haben am Sonntag verschiedene Gemeinden im Süden des Landes gestürmt. Zehn Menschen wurden getötet.

von
sbo
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Hunderte Demonstranten fahren nach Masaya um sich den dortigen Protesten anzuschliessen. (15. Juli 2018)

Hunderte Demonstranten fahren nach Masaya um sich den dortigen Protesten anzuschliessen. (15. Juli 2018)

epa/Rodrigo Sura
Nicaraguanische Demonstranten in und auf Autos. Sie verlangen den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega.

Nicaraguanische Demonstranten in und auf Autos. Sie verlangen den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega.

AFP/Marvin Recinos
Ein Demonstrant rennt zwischen zwei Reihen von Autos, welche sich nach Ticuantepe begeben um gegen Präsident Daniel Ortega zu protestieren.

Ein Demonstrant rennt zwischen zwei Reihen von Autos, welche sich nach Ticuantepe begeben um gegen Präsident Daniel Ortega zu protestieren.

AFP/Marvin Recinos

Die Gewaltspirale in Nicaragua dreht sich immer weiter: Vier Polizisten und sechs Zivilisten, darunter zwei Minderjährige, sind bei Zusammenstössen zwischen Pro-Regierungskräften und Demonstranten in Nicaragua ums Leben gekommen. Das teilte der nicaraguanische Verband für Menschenrechte (ANPDH) mit. Zu den Zusammenstössen kam es, als Polizeikräfte und mit AK-47 bewaffnete Milizen die Stadt Masaya und umliegende Gemeinden südlich der Hauptstadt Managua stürmten. Vertreter der ANPDH warnten die Bewohner von Masaya vor Scharfschützen in der Stadt.

«Sie werden Masaya zerstören, die Stadt ist vollständig umzingelt», sagte die Präsidentin des nicaraguanischen Zentrums für Menschenrechte (Cenidh), Vilma Núñez, der Nachrichtenagentur AFP. Der Präsident der ANPDH, Álvaro Leiva, forderte indes die Etablierung eines humanitären Korridors zur Evakuierung von Verwundeten.

Bischof angegriffen

Ebenfalls am Sonntag wurde das Auto des katholischen Bischofs Abelardo Mata angegriffen. Dieser ist Teil einer Gruppe von fünf Kirchenvertretern, die sich für Verhandlungen zwischen der Regierung und den Demonstranten einsetzt. Mata wurde beim Angriff nicht verletzt.

Die Vorfälle vom Sonntag sind die jüngsten in einer dreimonatigen Protestwelle, die bereits mindestens 282 Menschenleben forderte. Erst am Samstag wurde die Belagerung einer Kirche in der Hauptstadt durch Pro-Regierungsmilizen aufgehoben. In der Kirche hatten sich regierungskritische Studenten verschanzt. Bei der Belagerung kamen zwei von ihnen ums Leben.

Proteste in Nicaragua

In Nicaragua ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und Demonstranten gekommen. (Video: Tamedia/Storyful)

Die Unruhen in Nicaragua begannen Mitte April, als Sicherheitskräfte Demonstrationen gegen Rentenkürzungen gewaltsam niederschlugen. Die Proteste richten sich gegen den autoritären Regierungsstil von Präsident Daniel Ortega und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.

EU zeigt sich besorgt

Die EU hat sich am Sonntag besorgt über die eskalierende Gewalt geäussert. «Die gesamte Gewalt muss jetzt aufhören. Wir wiederholen unsere Aufforderung für eine friedliche und demokratische Lösung für die Situation in dem Land im Rahmen eines nationalen Dialogs», sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini.

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