Le Pen über Wahlen in Italien: «Unsere Verbündeten kommen an die Macht»
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Le Pen über Wahlen in Italien«Unsere Verbündeten kommen an die Macht»

Die populistische Partei Fünf Sterne schlägt Giuseppe Conte als neuen Regierungschef für Italien vor. Darüber freut sich auch Marine Le Pen vom Front National.

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Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio (links) möchte, dass Giuseppe Conte (rechts) neuer Ministerpräsident von Italien wird. Der 54-Jährige ...

Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio (links) möchte, dass Giuseppe Conte (rechts) neuer Ministerpräsident von Italien wird. Der 54-Jährige ...

AP/Alessandra Tarantino
... ist ein Neuling in der Politik. Er kommt aus der Region Apulien und ist Universitätsprofessor in Florenz und Rom.

... ist ein Neuling in der Politik. Er kommt aus der Region Apulien und ist Universitätsprofessor in Florenz und Rom.

AP/Angelo Carconi
Noch nicht im Amt und schon Ungereimtheiten: Conte hat im Lebenslauf eine Universität angegeben, an der er nie studiert haben soll.

Noch nicht im Amt und schon Ungereimtheiten: Conte hat im Lebenslauf eine Universität angegeben, an der er nie studiert haben soll.

AP/Alessandra Tarantino

Der Politik-Neuling Giuseppe Conte soll neuer italienischer Ministerpräsident an der Spitze einer Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung (MoVimento 5 Stelle) und Lega werden. Die beiden europakritischen Parteien schlugen ihren Kandidaten am Montag Staatspräsident Sergio Mattarella vor.

Das schrieb Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio am Abend auf dem Blog seiner Bewegung. Mattarella muss Conte nun den Auftrag geben, die neue Regierung zusammenzustellen.

Conte ist ein neues Gesicht in der Politik. Der 54-jährige Süditaliener aus der Region Apulien ist Universitätsprofessor in Florenz und Rom.

Mit Conte können beide Parteien leben

Der Jurist sitzt nicht im Parlament, gehört aber zum Kreis der Fünf-Sterne-Bewegung. Mit der Partei kam er erstmals vor vier Jahren in Kontakt und lobt sie als «wunderbares, unglaubliches, politisches Labor». Di Maio und Salvini hatten beide Regierungschef werden wollen, einigten sich schliesslich aber auf eine dritte Person. Mit Conte können offenbar beide Parteien leben.

Die Cinque Stelle hatten bei der Wahl am 4. März mit 32 Prozent als stärkste Einzelpartei gewonnen. Die Partei von Gründer und Ex-Komiker Beppe Grillo steht für den Kampf gegen das Establishment und lässt sich weder rechts noch links verorten.

Die Lega hingegen hat sich unter ihrem Chef Matteo Salvini von einer Partei des Nordens, die die Abspaltung vom armen Süden verfolgte, zu einer fremdenfeindlichen nationalen Bewegung entwickelt. Vor allem in der Flüchtlingskrise hat sie stark hinzugewonnen und hat im Koalitionsvertrag eine harte Hand gegen Migranten festgeschrieben.

Le Pen freut sich über Entscheid aus Rom

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat die Beteiligung der italienischen Lega an der geplanten neuen Regierung in Rom begrüsst. «Nach der FPÖ in Österreich die Lega in Italien», schrieb Le Pen am Montagabend auf Twitter. «Unsere Verbündeten kommen an die Macht und eröffnen unglaubliche Perspektiven (...).» Ziel sei dabei die «grosse Rückkehr der Nationen».

Die Chefin des Front National (FN) hatte im Präsidentenwahlkampf 2017 ein europakritisches Programm vertreten und war im Endduell von Emmanuel Macron geschlagen worden. (sda)

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