Kein Klima-Effekt: Unter 24-Jährige reisen am liebsten mit dem Flugzeug
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Kein Klima-EffektUnter 24-Jährige reisen am liebsten mit dem Flugzeug

Trotz all der Klima-Demos stellt sich in der Schweiz bei den Jugendlichen noch kein Greta-Effekt ein. In die Ferien fliegt man noch immer am liebsten mit dem Flugzeug.

von
doz
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Schweizer Jugendliche verreisen noch immer am liebsten mit dem Flugzeug.

Schweizer Jugendliche verreisen noch immer am liebsten mit dem Flugzeug.

Keystone/Walter Bieri
Dieses Jahr planen 32 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen, mit dem Flugzeug zu verreisen.

Dieses Jahr planen 32 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen, mit dem Flugzeug zu verreisen.

Keystone/Ennio Leanza
Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es nur 17 Prozent.

Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es nur 17 Prozent.

Keystone/Christian Merz

Die Klimadebatte ist bei Jugendlichen dieses Jahr ein grosses Thema – so gross sogar, dass dafür die Schule geschwänzt und demonstriert wird. Ein noch wichtigeres Thema scheinen aber Ferien zu sein. So geben zwei Drittel aller 13- bis 17-Jährigen laut einer Umfrage der «Sonntagszeitung» an, dieses Jahr mit dem Flugzeug oder mit dem Auto zu verreisen.

Natürlich kann argumentiert werden, dass Junge dieser Altersgruppe selten selbst entscheiden, wohin die Ferien gehen und wie diese Destinationen erreicht werden. Ein ähnliches Bild zeichnet sich allerdings bei den 18- bis 24-Jährigen ab. Auch dort verreisen noch gut 32 Prozent aller Befragten mit dem Flugzeug. Das ist so viel wie in keiner anderen Altersgruppe. Zählt man die geplanten Autoreisen hinzu, sind es sogar 58 Prozent.

Jungendliche fliegen häufig billig

Grundsätzlich zeigt sich: Je älter die Befragten sind, umso weniger oft verreisen sie mit dem Flugzeug. Bei den 55- bis 64-Jährigen wollen nur 18 Prozent mit dem Auto und 17 Prozent mit dem Flugzeug verreisen. Bei den 45- bis 54-Jährigen sind es zusammengerechnet noch 44 Prozent bei den Auto- und Flugreisen und bei den 35- bis 44-Jährigen 55 Prozent. Zuletzt geben 59 Prozent der 25- bis 34-Jährigen an, dieses Jahr mit dem Auto oder Flugzeug verreisen zu wollen.

Diese Zahlen spiegeln sich auch am Flughafen Zürich wieder. Allein im Juni steigerte sich das Geschäft um einen Passagierzuwachs von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es flogen insgesamt 2 Millionen Passagiere über den Flughafen.

Dazu kommt, dass die jüngere Generation verhäuft auf Billig-Flieger zurückgreift. Der Klima Aktivist Jonas Kampus sagt dazu zur «Sonntagszeitung», dass dies nicht überraschend sei, «solange der Flug nach London billiger ist als die Zugreise ins Bündnerland». Dies sehen auch die Grünen so: «Bezüglich der Einkommensverhältnisse ist diese Altersgruppe sicher am ehesten preissensibel.»

Junge verreisen öfters

Allerdings muss festgehalten werden, dass die junge Generation auch bei den Zugreisen deutlich stärker vertreten ist, als alle älteren Generationen. So geben 21,3 Prozent aller befragten an, dieses Jahr mit dem Zug verreisen zu wollen. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind dies nur halb so viele. Junge scheinen also grundsätzlich einfach öfters zu verreisen als Ältere.

Die beste CO2-Bilanz weisen nach wie vor jene Menschen auf, die ihre Ferien zu Hause verbringen. Dies hat aber laut Angaben der Befragten nur selten mit einer Sensibilisierung für Klima-Themen zu tun. Rund die Hälfte aller, die angaben, die Ferien daheim zu verbringen, sagten aus, dass dies nichts mit dem Klima zu tun habe. Erst bei den über 35-Jährigen gibt eine knappe Mehrheit an, bei der Ferienplanung das Klima im Hinterkopf zu haben.

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