Aktualisiert 08.05.2017 12:12

Föderalismus-UmfrageUnter 30-Jährige pfeifen auf den Kantönligeist

Für ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist Föderalismus ein «eher vages» Konzept. Gar die Hälfte fühlt sich nicht mit diesem System verbunden.

von
asc
1 / 4
Für die Nationale Föderalismuskonferenz wurde eine Umfrage unter 1200 Personen gemacht. Nur 45 Prozent der Befragten gaben an, sich mit dem Föderalismus verbunden zu fühlen.

Für die Nationale Föderalismuskonferenz wurde eine Umfrage unter 1200 Personen gemacht. Nur 45 Prozent der Befragten gaben an, sich mit dem Föderalismus verbunden zu fühlen.

Im Tessin gaben die Befragten dem Föderalismus die besten Noten. Bei älteren Menschen ist Föderalismus beliebter als bei den Jungen.

Im Tessin gaben die Befragten dem Föderalismus die besten Noten. Bei älteren Menschen ist Föderalismus beliebter als bei den Jungen.

Nicht alle konnten mit dem Begriff Föderalismus etwas anfangen. Rund 24 Prozent konnten nichts dazu sagen.

Nicht alle konnten mit dem Begriff Föderalismus etwas anfangen. Rund 24 Prozent konnten nichts dazu sagen.

Eine am Montag von der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) vorgestellte Umfrage des Instituts MIS Trend unter 1200 Personen und 500 Meinungsführern zeigt, dass die Wichtigkeit des Föderalismus relativ ist. Nur 45 Prozent der Befragten aus der «breiten Öffentlichkeit» sagen, sie seien sehr verbunden oder verbunden mit dem Föderalismus. Bei den Meinungsführern sind es dagegen 81 Prozent.

Zwar werde dieses System im Ausland als die Lösung par excellence betrachtet, die Schweiz sehe sich aber paradoxerweise mit einer zentralistischen Tendenz konfrontiert, schreibt die KdK.

Keine Reform notwendig

Am «föderalistischsten» sind die Tessiner (38 Prozent), gefolgt von den Romands (31 Prozent) und den Deutschschweizern (21 Prozent). Unterschiede zeigen sich auch beim Alter: Je jünger die Befragten sind, desto weniger fühlen sie sich mit dem Föderalismus verbunden. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es ein Drittel gegenüber 57 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Obwohl die Befragten den Föderalismus als ein «eher vages» Konzept betrachten, erachten die wenigsten eine Reform als notwendig. 72 Prozent sind der Ansicht, dass das System nicht geändert werden muss oder nur einfache Anpassungen benötigen. Bei den Meinungsführern steigt dieser Wert auf 87 Prozent.

Debatte über Föderalismus

Unter dem Titel «Wird die Schweiz in 50 Jahren immer noch föderalistisch sein?» wird sich die 5. Nationale Föderalismuskonferenz am 26. und 27. Oktober in Montreux VD damit befassen, wie es um den Föderalismus und seine Perspektiven steht.

Das Ziel der vor 15 Jahren ins Leben gerufenen Nationalen Föderalismuskonferenz ist es, in regelmässigen Abständen den Föderalismus unter die Lupe zu nehmen. Fachpersonen und Personen, die im Alltag mit dem föderalistischen System umgehen, debattierten und tauschten Ideen und Ansichten aus, wie die KdK in einer Mitteilung schreibt. An der Konferenz im Herbst werden 300 Personen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erwartet. (asc/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.