Aktualisiert 21.06.2019 18:46

BaselUnter dem Kirchenchor lagen zehn Leichen

Archäologen sind unter einer Basler Kirche auf ein Grab aus dem Mittelalter gestossen. Die gut erhaltenen Skelette sollen wohlhabenden Bebbi gehört haben.

von
kom
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Archäologen haben bei Untersuchungen des Geländes des Klingentalklosters Skelettteile von insgesamt zehn Baslerinnen und Baslern aus dem Mittelalter gefunden.

Archäologen haben bei Untersuchungen des Geländes des Klingentalklosters Skelettteile von insgesamt zehn Baslerinnen und Baslern aus dem Mittelalter gefunden.

Archäologische Bodenforschung BS
Das 1274 gegründete Kloster erstreckte sich zu seiner Blütezeit über das grün markierte Gebiet. Heute steht nur noch die lila markierte Kirche.

Das 1274 gegründete Kloster erstreckte sich zu seiner Blütezeit über das grün markierte Gebiet. Heute steht nur noch die lila markierte Kirche.

Archäologische Bodenforschung BS
Vom Umbau des Kasernenareals ist auch das ehemalige Klosergebiet betroffen. Die Archäologen begleiten deswegen die Bauarbeiten.

Vom Umbau des Kasernenareals ist auch das ehemalige Klosergebiet betroffen. Die Archäologen begleiten deswegen die Bauarbeiten.

Archäologische Bodenforschung BS

Archäologen haben bei der Tieferlegung der Klosterkirche Klingental in Basel Skelette gefunden. Die Skelette wurden in zwei gemauerten Gräbern gefunden und dürften aus dem Spätmittelalter stammen. Den spektakulären Fund machte die Basler Bodenforschung am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite publik.

Bei den gefundenen Überresten handelte es sich um Knochenteile von insgesamt zehn Männern und Frauen, die wahrscheinlich zur Basler Oberschicht gehörten. Denn früher durften sich nur Wohlhabende innerhalb der Kirche bestatten lassen.

Viele der Skelette seien durch spätere Bestattungen beeinträchtigt worden. Die schon im Grab liegenden Skelette wurden dafür kurzerhand zur Seite geschoben.

Einst das reichste Kloster der Stadt

Einige der Skelette weisen Besonderheiten auf, etwa verheilte Brüche oder eine Wirbelsäulenkrümmung. Dadurch dürfte es den Forschern möglich sein, mehr über das Leben und den Gesundheitszustand der Begrabenen zu erfahren.

Ausserdem wurden Fragmente von farbigem Glas gefunden. Die Archäologen gehen davon aus, dass diese von den Kirchenfenstern aus der Klosterzeit stammen.

Das Kloster Klingental wurde 1274 gegründet. Es stieg schnell zum vornehmsten und reichsten Kloster Basels auf und wurde zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Als Folge der Reformation wurde es 1529 aufgehoben. Alle Gebäude ausser der Kirche wurden 1860 bodeneben abgerissen. Die unterirdischen Strukturen sind noch vorhanden und werden untersucht.

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