Ku-Klux-Klan in Schwyz: Unter den Kutten steckten 12 junge Schweizer
Aktualisiert

Ku-Klux-Klan in SchwyzUnter den Kutten steckten 12 junge Schweizer

Nach dem Aufmarsch des Ku-Klux-Klans an der Schwyzer Fasnacht hat die Polizei alle 12 Beteiligten vernommen. Bisher seien sie nicht im Bereich Rechtsextremismus verzeichnet.

von
vro
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Güdelmontag auf dem Hauptplatz in Schwyz: Eine Gruppe Fasnächtler ging verkleidet als Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit brennenden Fackeln an die Fasnacht.

Güdelmontag auf dem Hauptplatz in Schwyz: Eine Gruppe Fasnächtler ging verkleidet als Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit brennenden Fackeln an die Fasnacht.

Leser-Reporter
In einem Leser-Video ist zu sehen, wie die Gruppe auf der Hinterdorfstrasse in Schwyz marschiert.

In einem Leser-Video ist zu sehen, wie die Gruppe auf der Hinterdorfstrasse in Schwyz marschiert.

Dabei führen sie brennenden Fackeln mit.

Dabei führen sie brennenden Fackeln mit.

Nach dem Fasnachts-Auftritt einer Gruppe in weissen Kutten des rassistischen Ku-Klux-Klan hat die Kantonspolizei Schwyz alle beteiligten Personen ermittelt und einvernommen. Die zwölf 18- bis 30-jährigen Schweizer sind alle im Bezirk Schwyz wohnhaft.

Die ermittelten Personen seien nicht im Bereich Rechtsextremismus der Polizei verzeichnet, teilte die Kantonspolizei Schwyz am Sonntag mit. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde die Kapo Schwyz den Auftritt der Gruppe «zuhanden der Staatsanwaltschaft Innerschwyz rapportieren».

«Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren»

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass in der Nacht auf Dienstag an der Schwyzer Fasnacht mehrere Personen in weissen Kutten als Ku-Klux-Klan durch das Dorf gezogen waren. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Vom Vorfall existiert Bild- und Videomaterial.

Die Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) verurteilte den Auftritt an der Fasnacht in Schwyz. «Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren», sagte Juristin Alma Wiecken letzte Woche gegenüber Medien. Ob ein Verstoss gegen das Antirassismusgesetz vorliegt, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es sei jetzt an den Strafverfolgungsbehörden, alles genau abzuklären.

Gegen Abschaffung der Sklaverei

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Seit den 1990er Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Die «Europäischen weissen Ritter vom brennenden Kreuz» (European White Knights of the Burning Cross) gelten als Ableger. (vro/sda)

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