Aktualisiert 27.03.2020 15:52

Coronavirus

Unter diesen Bedingungen bleibt Zügeln erlaubt

Der Bundesrat hat am Freitag entschieden, dass Umzüge weiterhin zulässig sind – allerdings nur, wenn die Hygienevorschriften befolgt werden können.

von
sul
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Zügeln bleibt auch während der «ausserordentlichen Lage» möglich. Das hat der Bundesrat am Freitag entschieden.

Zügeln bleibt auch während der «ausserordentlichen Lage» möglich. Das hat der Bundesrat am Freitag entschieden.

Keystone/Gaetan Bally
Damit wolle man verhindern, dass es «eine Kaskade von Zügelverschiebungen gibt, die mit zahlreichen Rechtsunsicherheiten verbunden sind», erklärte Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Freitagnachmittag vor den Medien.

Damit wolle man verhindern, dass es «eine Kaskade von Zügelverschiebungen gibt, die mit zahlreichen Rechtsunsicherheiten verbunden sind», erklärte Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Freitagnachmittag vor den Medien.

Keystone/Alessandro Della Valle
«Es ist eine Frage der Organisation», sagte Parmelin. Wenn es nicht möglich sei, die Hygienevorgaben einzuhalten, sei ein Umzug zu unterlassen.

«Es ist eine Frage der Organisation», sagte Parmelin. Wenn es nicht möglich sei, die Hygienevorgaben einzuhalten, sei ein Umzug zu unterlassen.

Keystone/Peter Klaunzer

Ende März finden etwa 50'000 Umzüge statt. Der Bundesrat hat entschieden, dass Zügeln trotz ausserordentlicher Lage weiterhin möglich ist. Damit wolle man verhindern, dass es «eine Kaskade von Zügelverschiebungen gibt, die mit zahlreichen Rechtsunsicherheiten verbunden sind», erklärte Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Freitagnachmittag vor den Medien.

«Frage der Organisation»

Die Landesregierung betont allerdings, dass beim Umziehen die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG einzuhalten seien, sprich Hygienevorschriften und Social Distancing. Nur: Wie ist es möglich, beim Zügeln Abstand zu halten?

«Es ist eine Frage der Organisation», sagte Parmelin. Wenn es nicht möglich sei, die Hygienevorgaben einzuhalten, sei ein Umzug zu unterlassen.

Martin Tschirren, Chef des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) fügte an: Zügeln sei möglich, ohne dass es etwa einen direkten Kontakt zwischen Zügelfirma und Umziehenden gebe.

2 Meter Abstand, regelmässig desinfizieren

Aufgrund der Hygienevorschriften – zum Beispiel Abstand von weniger als zwei Metern nicht länger als 15 Minuten – erfordere der Umzug mehr Zeit. «Wenn man sich beim Tragen eines kleinen, schweren Möbelstückes näher als zwei Meter kommt, muss man eben eine Pause einlegen», erklärte Tschirren. Zudem sei möglich, dass man sich regelmässig desinfiziere und Schutzausrüstung trage. Es gebe Zügelunternehmen, die versichert hätten, dass sie die Hygienevorgaben einhalten könnten, so Tschirren. «Wenn das nicht möglich ist, darf man auch nicht umziehen.»

Absehbar sind auch Fälle, bei denen Personen nicht in die neue Wohnung einziehen dürfen, weil der bisherige Mieter aus gesundheitlichen Gründen nicht umziehen darf. Es sei die Absicht des Bundesrates gewesen, diese so niedrig wie möglich zu halten, sagte Tschirren. In dem Fall gelte die Regel: Die Leute sollen früh genug miteinander sprechen und Lösungen suchen.

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