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AfD-Abgeordneter Karsten HilseUnter diesen Polizisten liegt ein maskenloser deutscher Politiker

Gegen den AfD-Politiker Karsten Hilse wird in Berlin ermittelt – weil er der Polizei bei einer Demonstration ein gefälschtes Attest vorgezeigt und sich einer vorläufigen Festnahme widersetzt haben soll.

AfD-Politiker Hilse wird von der Polizei am Boden liegend in Handschellen gelegt.

Twitter/20Minuten

Darum gehts

  • Gegen einen maskenlosen AfD-Politiker wird nach einer Demonstration in Berlin ermittelt.

  • Wegen des Verdachts der Fälschung eines Gesundheitsattests und Widerstands gegen die Polizei.

  • Karsten Hilse war vorläufig festgenommen worden.

  • Er klagt das «brutale Vorgehen» der Polizei an.

  • Als Bundestagsabgeordneter geniesst Hilse zwar Immunität – ein Freipass ist das aber nicht.

In Berlin ermittelt die Polizei gegen einen AfD-Abgeordneten – wegen des Verdachts der Fälschung von Gesundheitszeugnissen und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte: Karsten Hilse (55) soll Beamten bei einer Demonstration gegen Corona-Massnahmen ein gefälschtes Gesundheitsattest vorgezeigt haben, als diese ihn auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht hatten.

Anschliessend war er vorläufig festgenommen worden. Ein auf Twitter kursierendes Video zeigt, wie mehrere Polizeibeamte Hilse umringen, der im dunklen Anzug auf dem Boden liegt. Zu den Umständen der Festnahme gibt es unterschiedliche Angaben.

Zu langsame Reaktion?

Laut der Polizei hatten die Beamten bei der Demonstration den Mann angesprochen, weil er gegen die Maskenpflicht verstiess. Dieser habe sich jedoch unkooperativ gezeigt, sich als Abgeordneter des Bundestags ausgewiesen und Widerstand geleistet. Hilse selbst erklärte, er sei wegen zu langsamer Reaktion auf die Anweisungen der Polizei «brutal in Polizeigewahrsam genommen» worden. Er habe zwar ein ärztliches Attest bei sich getragen, das ihn von der Maskenpflicht entbinde. Die Polizei habe jedoch beanstandet, dass darin keine konkrete Krankheit aufgeführt sei.

Gegen die Behandlung seines Parteikollegen protestierte im Bundestag auch AfD-Fraktionschef Alexander Gauland und verwies auf die Immunität von Bundestagsabgeordneten. Die Immunität, so ein Polizeisprecher nun, schütze in manchen Fällen zwar vor weiterer Strafverfolgung, nicht aber «vor ersten polizeilichen Massnahmen».

(gux)

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973 Kommentare
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A Hunkeler

25.11.2020, 21:15

Europa hat einen Zeitsprung zurück in die NS Zeit gemacht.

Fragezeichen

25.11.2020, 19:48

Wo bleibt denn nur der Protest gegen Polizeigewalt?

Andi

25.11.2020, 17:28

Polizei Brutalität ist kein Kavaliersdelikt. AFD oder eine andere Partei, sollten den Schutz der Sicherheitskräfte geniessen.