Neue Erkennungs-Erkenntnisse: Unter Wespen erkennt man sich
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Neue Erkennungs-ErkenntnisseUnter Wespen erkennt man sich

Neue und erstaunliche Erkenntnisse darüber, dass und wie sich einzelne Wespen wiedererkennen, erreichen uns aus den Stuben der Wissenschaft.

Feldwespen der Art Polistes fuscatus haben laut sueddeutsche.de individuelle Gesichter. Und die Tiere machen sich dies auch zu Nutze. Denn über ihre Farbmarkierungen am Kopf können sie sich trotz ihres winzigen Gehirns gegenseitig identifizieren. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Wespen sogar Artgenossen wiedererkennen, selbst wenn sie sich eine Woche lang nicht und zur gleichen Zahl etliche andere Artgenossen gesehen haben.

Bisherige Erkenntnisse, dass die Wespen für die Wiedererkennung Duftstoffe (sogenannte Pheromone) benützen, sind also überholt.

Der Duft interessiert nicht die Bohne

Dass der Duft überhaupt keine Rolle zu spielen scheint, hatte Elizabeth Tibbetts von der Cornell University in Ithaca, New York, bereits vor einigen Jahren festgestellt. Tibbetts veränderte die Markierungen der Tiere und löste damit Kämpfe zwischen eigentlich vertrauten Wespen aus.

Der Versuch

Tibbetts und ihr Kollege Michael Sheehan hatten 50 einzelne Wespenköniginnen mit je einer fremden Königin zusammengesetzt. Die Tiere reagieren bei solchen Begegnungen normalerweise anfänglich aggressiv und gewöhnen sich schliesslich aneinander. Nach einem Tag wurden die Wespen in einem Gemeinschaftskäfig mit zehn anderen Weibchen untergebracht.

Eine Woche später setzten die Forscher die Paare erneut zusammen. Sie reagierten aufeinander wie alte Bekannte und liessen sich gegenseitig in Ruhe.

Die Wespen zeigten nicht nur - wie alle Insekten - ein gutes, sondern ein soziales Gedächtnis. Diese Fähigkeit sei für die Tiere vermutlich deshalb wichtig, weil sich Feldwespen häufig ein Nest teilen. Und es spart Energie, wenn man genau weiss, mit wem man sich bereits arrangiert hat.

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