Aktualisiert 23.08.2005 10:36

Unterbrochene Hauptverkehrsachsen

Auch am zweiten Tag der grossen Flut ist die Nord-Süd-Achse weiterhin praktisch blockiert gewesen. In den Unwettergebieten waren viele Strassen gesperrt.

Die Bahntransitachse am Lötschberg konnte am Dienstagmorgen nicht wie vorgesehen wieder freigegeben werden.

Hochwasser und Erdrutsche haben auch am Dienstag den Verkehr auf Schiene und Strasse zum Teil massiv behindert. Zu den bereits stark betroffenen Gebieten in der Zentralschweiz, in Luzern, im Berner Oberland und auf der Gotthardstrecke kamen am Dienstag noch der Raum Ziegelbrücke, das Glarnerland und Teile Graubündens hinzu.

Nach Angaben der SBB waren viele Schienenabschnitte überschwemmt, verschüttet oder unterspült, Bahnhöfe und technische Anlagen standen unter Wasser. Die Eisenbahnverbindungen via Gotthard und Lötschberg ins Tessin blieben unterbrochen. Der Zugverkehr zwischen der Deutschschweiz und Italien war nur via Lausanne - Brig - Simplon möglich. Der Zugverkehr nach Österreich war ebenfalls erheblich eingeschränkt.

Im Glarnerland war zunächst kein Zugbetrieb mehr möglich. Wegen Überschwemmungen im Bahnhof und im Stellwerk Ziegelbrücke musste auf der Bahnstrecke Zürich - Chur mit Zugsausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Der Bahnbetrieb zwischen Hergiswil und Interlaken war eingestellt. Zwischen Luzern und Langnau war der Bahnbetrieb zwischen Trubschachen und Malters auf mehreren Abschnitten unterbrochen.

Die Lötschbergstrecke blieb am Dienstag wegen des Hochwassers zwischen Spiez und Frutigen im Berner Oberland unterbrochen, wie die BLS Lötschbergbahn AG mitteilte. Der Autoverlad am Lötschberg und an der Vereina blieb eingestellt.

Im Unterengadin war die Strecke der Rhätischen Bahn (RhB) auf der Strecke Susch - Scuol - Tarasp blockiert, weil die Tasnabrücke weggespült wurde. Das Unterengadin war damit nicht mehr erreichbar; der Zugang via Österreich war wegen der Unwetter ebenfalls nicht möglich.

In den Unwettergebieten waren zahlreiche Strassenverbindungen - Hauptstrassen und Autobahnabschnitte - gesperrt; mehrere Ortschaften waren deshalb abgeschnitten, so etwa Engelberg im Kanton Obwalden oder Grindelwald im Berner Oberland. Die Staatskanzlei des Kantons Luzern forderte die Verkehrsteilnehmer auf, den Raum Luzern und die Zentralschweiz grossräumig zu umfahren. In Luzern war der Verkehr praktisch zusammengebrochen. Im Berner Oberland waren die Autobahn A6 zwischen Muri und Kriesern sowie die A8 zwischen Interlaken West und Brienzwiler gesperrt. Im Kanton Graubünden waren unter anderem die Kantonsstrasse Maienfeld - Landquart und die Prättigauerstrasse zwischen Saas - Klosters und Davos gesperrt. Gesperrt waren die Pässe waren Brünig, Grimsel, Klausen, Flüela, Susten und Wolfgang. In der Zentralschweiz waren verschiedene Abschnitte der Autobahn A2 zum Gotthard, ebenso wie die Hauptstrasse nicht befahrbar. Der Gotthard-Strassentunnel war gesperrt.

Weil die San-Bernardino-Route die einzige offene Strassenverbindung zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz war, nahm dort der Verkehr stark zu. Vor dem Nordportal des Strassentunnels wurden Staus von zehn Kilometern, vor dem Südportal solche von fünf Kilometern gemessen. Für den Schwerverkehr verhängte die Polizei die Phase «rot» für den Transit auf der San-Bernardino-Route. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.