Mit Kohlensäure: Im Unterengadin läuft Sprudelwasser im Brunnen

20 Minuten/Emmanuel Coissy
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UnterengadinIn diesem Schweizer Dorf fliesst Sprudelwasser durch die Brunnen

Dutzende Quellen durchströmen die Gemeinde Scuol im Unterengadin. Verschiedene Routen laden ein, das natürlich sprudelnde Wasser zu probieren. 20 Minuten Lifestyle hat es getestet.

Malin Mueller
von

Als wir Scuol besuchen, haben die Unwetter nach der Hitzewelle die Schweiz fest im Griff. Auch der Inn (romanisch: En), der dem Engadin, dem Tal der Graubünden, seinen Namen gegeben hat, tritt über die Ufer. Die Bewohner vergleichen die Farbe der trüben Strömungen mit der von Milchkaffee. Ironisch für ein Touristenziel, das seinen Ruf auf die Reinheit seines Mineralwassers und dessen gesundheitlichen Nutzen aufgebaut hat.

Spitzenreiter bei den Quellen

Keine andere Region in Europa verfügt über so viele Quellen wie Scuol. Etwa vierzig entspringen hier und speisen 23 Brunnen im historischen Zentrum und in der Umgebung (oben im Video). Alle sind natürlich sprudelnd, manche mehr, manche weniger. Man erkennt sie an den rötlichen Becken, die ihre Farbe der Oxidation der Mineralien zu verdanken haben. Der Geschmack variiert aufgrund der individuellen Zusammensetzung – ist aber definitiv gewöhnungsbedürftig. Probieren gehört trotzdem dazu.

Aus den Brunnen kommt das Wasser sprudelnd. Das ist natürlicherweise so. 

Aus den Brunnen kommt das Wasser sprudelnd. Das ist natürlicherweise so. 

20 Minuten/Emmanuel Coissy

Die Route zum Wasser

Eine Karte mit den Routen ist beim Tourismusbüro erhältlich. Es ist sogar möglich, die Dienste eines spezialisierten Guides in Anspruch zu nehmen. Die fünf Brunnen im Zentrum von Scuol, aus denen Mineralwasser fliesst, sind reichlich verziert und jeweils mit zwei Hähnen ausgestattet. Links fliesst flaches, wenig mineralisiertes Quellwasser, das mit UV behandelt wird. Rechts stammt das Wasser aus einem Grundwasserleiter, ist keimfrei und reich an Mineralien.

Der Brunnen Vi hat zwei Hähne. Jeder ist mit einer Quelle verbunden. Rechts ist das Becken mit Mineralwasser oxidiert.

Der Brunnen Vi hat zwei Hähne. Jeder ist mit einer Quelle verbunden. Rechts ist das Becken mit Mineralwasser oxidiert.

20 Minuten/Emmanuel Coissy

Der Unterschied lässt sich schon mit der Hand spüren. Das Mineralwasser ist etwas wärmer. Auch der Kontakt fühlt sich weicher an. Die Quelle Chalzina auf dem schönen Platz Bügl Grond ist zum Beispiel nicht besonders stark mineralisiert. Der Geschmack ist daher auch nicht allzu unangenehm. Die Quelle Vi und die Sotsass sind stärker mineralisiert und haben entsprechend einen kräftigeren Geschmack.

Die mineralreichsten Quellen Europas

Die ernsthaften Angelegenheiten beginnen ausserhalb des Dorfes. Etwa vier Kilometer westlich von Scuol liegt der Bonifacius-Brunnen. Das sehr mineralreiche Wasser kann man direkt vor Ort am Bonifacius-Brunnen degustieren. Er ist in einem Gebäude versteckt, das optisch ein bisschen an eine öffentliche Toilette erinnert – das Wasser ist allerdings rein und sauber.

Einige Routen sind regelrecht Wanderwege.

Einige Routen sind regelrecht Wanderwege.

20 Minuten/Emmanuel Coissy

Östlich vom Dorf, gleich am Ortsausgang, sprudelt die Runà-Quelle mitten auf einem Feld und bildet ständig orangefarbene Ablagerungen, durch die das Wasser fliesst. Zwei Kilometer weiter trifft man auf die Rablönch-Quelle, die abseits der Strasse liegt. Ihr Wasser fliesst unterhalb und färbt den Boden und die Baumwurzeln rostig. Der Effekt (ebenfalls oben im Video) ist sensationell.

Achtung beim Abfüllen

Wer das Wasser abfüllt und mit nach Hause nimmt, sollte darauf achten, dass der Behälter steril ist, bis zum Rand gefüllt wird und dann im Kühlschrank aufbewahrt wird. Nach einigen Tagen bilden sich farbige Sedimente am Boden der Flasche, die völlig unbedenklich sind. Es wird jedoch empfohlen, das Wasser sofort zu trinken.

Graubünden Ferien und Tourismus hat die Reise zur Erstellung dieses Artikels finanziell unterstützt.

Wie trinkst du dein Wasser am liebsten?

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