Bahnhof Basel : Unterführung am Basler Bahnhof erlebt Comeback
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Bahnhof Basel Unterführung am Basler Bahnhof erlebt Comeback

Der Bahnhof Basel ist überfüllt und wird in Zukunft an seine Kapazitätsgrenzen stossen. Die alte Unterführung soll jetzt die verstopfte Passerelle entlasten.

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mis
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Die Passerelle am Basler Bahnhof SBB ist chronisch überlastet zur Spitzenzeiten. Weil die S-Bahn-Frequenzen noch weiter verdichtet werden, droht das Chaos.

Die Passerelle am Basler Bahnhof SBB ist chronisch überlastet zur Spitzenzeiten. Weil die S-Bahn-Frequenzen noch weiter verdichtet werden, droht das Chaos.

Keystone/Gaetan Bally
Auf zwei Perrons wird die SBB schon Ende März 2020 wieder die Unterführung öffnen. Sie soll auf zwei Perrons an den Spitzenzeiten morgens und abends die Pendlerströme unterirdisch hinaus zum Centralbahnplatz leiten.

Auf zwei Perrons wird die SBB schon Ende März 2020 wieder die Unterführung öffnen. Sie soll auf zwei Perrons an den Spitzenzeiten morgens und abends die Pendlerströme unterirdisch hinaus zum Centralbahnplatz leiten.

Keystone/Martin Ruetschi
Langfristig plant die SBB aber eine andere Lösung, um der Pendlermasse Herr zu werden. Entweder eine zweite oberidische Querung über die Margarethenbrücke oder eine neue Personenunterführung.

Langfristig plant die SBB aber eine andere Lösung, um der Pendlermasse Herr zu werden. Entweder eine zweite oberidische Querung über die Margarethenbrücke oder eine neue Personenunterführung.

Keystone/Gaetan Bally

Verstopfte Passerelle, überfüllte Bahnhofshalle und endlose Schlangen vor den Rolltreppen: Pendler am Basler Bahnhof SBB leiden zu Stosszeiten. Doch was 2016 noch als alltäglicher Wahnsinn wahrgenommen wurde, führt heute an den Rand der Überlastung, wie die «bz Basel» schreibt. Der Zustand am Basler Bahnhof ist prekär, denn immer mehr Passagiere verkehren über den Bahnhof, was vor allem in der Rushhour zu Platzmangel führt.

Das Problem ist der SBB bekannt, wie sie in einem internen Papier kommunizierte: «Hinsichtlich Kapazität des Personenabflusses wird der Bahnhof in zwei Jahren sicherheitskritisch überlastet sein.»

Hunderttausender-Marke geknackt

Bereits heute pendeln pro Tag durchschnittlich 120'000 Passagiere über den Bahnhof in Basel. Das sind rund 5800 mehr als noch im Jahre 2016. Prozentual bedeutet das im Zeitraum zwischen 2007 und 2016 einen jährlichen Zuwachs von 1,7 Prozent. 2007 lag die tägliche Passagierzahl mit 96'900 noch deutlich unter der Hunderttausender-Marke.

Durch den neu renovierten Westflügel und dem dazugehörigen Ausbau der Einkaufs- und Verweilmöglichkeiten wird diese Zahl bis 2020 auf bis zu 125'000 Menschen pro Tag ansteigen. Grund dafür ist, dass mit den neuen Angeboten vor allem auch Nicht-Pendler angelockt werden, so die «bz Basel» weiter.

Comeback für Unterführung

Im Rahmen des Bahnausbauprorgamms Step 2025 wird die Taktfrequenz der S-Bahnen teilweise verdoppelt, wodurch noch mehr volle Züge gleichzeitig in Basel ankommen werden. Um diese Pendlermassen zu bewältigen, soll ab Ende März 2020 die alte Personenunterführung ihr Comeback erleben. Zu den Stosszeiten am Morgen und Abend wird diese ankommende Passagiere auf den Gleisen 6/7 sowie 11/12 auf den Centralbahnplatz leiten. 2003 wurde die Unterführung mit der Eröffnung der Passerelle geschlossen. Sie dient seither ausschliesslich als Weg für den Warentransport der SBB.

Kommt eine zweite Passerelle?

Die Wiederöffnung der Unterführung ist aber nur eine vorübergehend. Derzeit prüft die SBB zwei Varianten für eine zusätzliche Querung als definitive Lösung. Die eine ist eine Personenunterführung westlich der bestehenden Passerelle und die zweite eine weitere oberirdische Querung über die Margarethenbrücke, wie es in einer Mitteilung heisst. Voraussichtlich Anfang 2019 sollen die Resultate vorliegen.

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