«Krypto-Queen» Ruja Ignatova: Untergetauchte Anwältin ergaunerte mit Fake-Kryptowährung Milliarden
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«Krypto-Queen» Ruja IgnatovaUntergetauchte Anwältin ergaunerte mit Fake-Kryptowährung Milliarden

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Fahndungsaufruf veröffentlicht: Die Ermittler aus über 190 Ländern jagen «Krypto-Queen» Ruja Ignatova (42), die rund vier Milliarden Euro ergaunert haben soll. 2017 tauchte sie unter.

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Ruja Ignatova gab sich als erfolgreiche Unternehmerin und nannte sich selbst «Krypto-Queen» …

Ruja Ignatova gab sich als erfolgreiche Unternehmerin und nannte sich selbst «Krypto-Queen» …

OneCoin Corporation
… bis die Blase nach ihrem Verschwinden 2017 platzte. Sie soll vier Milliarden Euro abgezockt haben.

… bis die Blase nach ihrem Verschwinden 2017 platzte. Sie soll vier Milliarden Euro abgezockt haben.

LKA NRW
Nun hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen einen neuen Fahndungsaufruf gestartet.

Nun hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen einen neuen Fahndungsaufruf gestartet.

LKA NRW

Darum gehts

  • Mit einer Fake-Kryptowährung namens OneCoin erleichterte die studierte Rechtsanwältin Ruja Ignatova (42) Investoren um Milliarden.

  • 2017 verschwand die deutsch-bulgarische Unternehmerin spurlos.

  • Nun unternimmt die deutsche Justiz einen neuen Versuch, Ignatova aufszuspüren. Heute, Mittwoch erscheint auch ein Beitrag in «Aktenzeichen XY … ungelöst».

«Wir wollen die Nummer eins werden», hatte Ruja Ignatova, Gründerin der Krypto-Währung OneCoin, bei einer opulenten Präsentation der neuen Währung OneCoin im Jahr 2016 im Londoner Wembley-Stadion der anwesenden Menge angekündigt. Bald sei man grösser als Marktführer Bitcoin, kündigte die studierte Rechtswissenschafterin an, und wer jetzt einsteige, könne sagenhafte Profite erzielen.

Auf Reisen rund um die Welt und über das Web promotete die in Deutschland aufgewachsene Bulgarin die neue Währung als schneller, sicherer und günstiger als Bitcoin: Bald werde OneCoin in 195 Ländern als Zahlungsmittel verbreitet sein, verkündete die promovierte Juristin Ignatova, und gab an, der Kurs sei seit der Gründung 2014 von 50 Cent bereits auf 29.95 Euro geklettert.

Luxuriöser Lebensstil

Und die Investoren – laut Spiegel Online allen voran die Chinesen – glaubten ihr. Insgesamt vier Milliarden Euro sollen laut US-Ermittlern zwischen 2014 und 2016 in OneCoin geflossen sein, 88 Millionen davon aus Deutschland. Damit finanzierten sich Ignatova und ihr Bruder einen ausschweifenden Lebensstil mit teuren Immobilien unter anderem in London, Rolls-Royces, einer Superjacht und üppigen Festivitäten.

Doch 2017 tauchte Ignatova unter: Zuletzt gesehen wurde sie auf einem Flug Ende November von Sofia nach Athen. Seit da ist die 1980 geborene Unternehmerin spurlos verschwunden – und mit ihr das ergaunerte Geld. Denn es sollte sich herausstellen, dass der OneCoin keine echte Kryptowährung darstellte, sondern ein gigantisches Pyramidensystem war, bei dem Vermittler und Investoren anfangs zwar gut kassierten, das Konstrukt später aber zusammenbrach und zahllose geprellte Anleger hinterliess. Bis zu seiner Verhaftung am 6. März 2019 in Los Angeles übernahm ihr Bruder Konstantin Ignatov die Geschäftsführung von OneCoin.

Beitrag auch in «Aktenzeichen XY … ungelöst»

Seit ihrem Verschwinden wurde viel spekuliert. Reporter einer BBC-Podcast-Serie gingen auch in Frankfurt auf Spurensuche, wo Ignatova Verwandte hat und angeblich gesehen wurde. Nun hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen einen neuen Aufruf gestartet, um die mutmassliche Milliardenbetrügerin doch noch zu schnappen. Am Mittwoch, 11. Mai, erscheint zudem in «Aktenzeichen XY … ungelöst» ein Beitrag über die selbst ernannte «Krypto-Queen». Für Hinweise, die zu Ignatovas Festnahme führen, sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Ermittelt wird «wegen gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall sowie wegen Geldwäsche», so die Behörde. Zudem erscheint die untergetauchte Ignatova auf der «Most Wanted»-Website von Europol. Gegen sie wird in mindestens 20 Staaten ermittelt, in den USA wurde sie 2019 in Abwesenheit wegen Postbetrug, Wertpapierbetrug und Geldwäsche verurteilt.

Wie «Spiegel Online» weiter schreibt, könnte bei Ignatova durchaus noch etwas zu holen sein: Ein Anwalt von Geschädigten gibt an, Ignatova habe 2015 eine OneCoin-Niederlassung in Abu Dhabi für 230’000 Bitcoins  verkauft. Damals entsprach dies rund 50 Millionen Dollar – heute wären es sieben Milliarden.

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(trx)

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