Aktualisiert 31.08.2016 16:01

Zürich-Hauptbahnhof

Unterschriften sammeln auch ohne Bewilligung

Wer am HB Unterschriften sammeln oder Flyer verteilen will, kann das neu auch ohne Bewilligung tun. Allerdings nur 20 Minuten lang und auf 1,5 Quadratmetern Fläche.

von
rom
Blick ins Zwischengeschoss des Zürcher HB, wo sich eines der markierten Felder befindet.

Blick ins Zwischengeschoss des Zürcher HB, wo sich eines der markierten Felder befindet.

Keystone/Walter Bieri

Über 400'000 Reisende durchqueren täglich den Zürcher Hauptbahnhof. Ein Schlaraffenland für Unterschriftensammler oder Flyerverteiler. Dumm nur, dass es dafür eine Bewilligung braucht. Bisher. Ab 1. September ist dies für politische Parteien, Hilfswerke oder Umweltorganisationen nicht mehr nötig.

Denn die SBB schafft extra drei bewilligungs- und kostenfreie Promotionsplätze ausschliesslich für ideelle Nutzungen. Mit «ideell» sei auch nicht-kommerziell gemeint, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli. Die Plätze sind 1,5 Quadratmeter gross und mit einer Begrenzungslinie sowie Schuhsohlenabdrücken markiert. Man findet sie beim Ausgang Bahnhofquai unter der Arkade, im Zwischengeschoss und bei der Velostation Perron 18, Zugang Seite Zollstrasse.

«Wir messen nicht mit der Stoppuhr»

Damit möglichst viele Personen vom Angebot profitieren, können pro Nutzung höchstens zwei Personen einen solchen Platz belegen. Standaktionen mit Infrastruktur sind nicht zugelassen. Auch das aktive Anhalten von Passanten, Musizieren oder Halten von Reden ist nicht erlaubt.

Nach spätestens 20 Minuten sollten die Unterschriftensammler oder Flyerverteiler den Platz wieder frei geben. «Wir werden dies nicht mit der Stoppuhr messen», sagt Schärli. Stellten SBB-Mitarbeiter aber fest, dass jemand den Platz zu lange besetzt, würde man mit den betroffenen Personen das Gespräch suchen.

Pilotprojekt dauert sechs Monate

Die drei Promotionsplätze habe man bewusst an Orten markiert, wo zwar viele Reisende vorbeigehen oder sich aufhalten, «wichtig war uns aber auch, dass die Unterschriftensammler den Reisenden nicht im Weg stehen», sagt Schärli.

Mit dem sechs Monate dauernden Pilotprojekt entspreche man einem Wunsch diverser Organisationen, gerade auch aus dem Bereich Frewilligenarbeit. Fällt der Versuch erfolgreich aus, soll das Angebot, das auch im Bahnhof Genf-Cornavin getestet wird, beiderorts weitergeführt und auf andere Bahnhöfe ausgeweitet werden. (rom/sda)

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