Vergiftungsverdacht: Untersuchen Lausanner bald Arafat-Leiche?
Aktualisiert

VergiftungsverdachtUntersuchen Lausanner bald Arafat-Leiche?

Nach langer Funkstille sind die Schweizer Strahlungs-Experten offiziell um Hilfe bei der Autopsie der Leiche Jassir Arafats gebeten worden. Noch wägen sie ab, ob sie den heiklen Auftrag annehmen.

von
kri
Der palästinensische Untersuchungsleiter Tawfik Terawi informiert über die offizielle Anfrage an das Lausanner Institut.

Der palästinensische Untersuchungsleiter Tawfik Terawi informiert über die offizielle Anfrage an das Lausanner Institut.

In den mysteriösen Fall Arafat kommt Bewegung: Schweizer Experten sind von den palästinensischen Behörden mit der Untersuchung der sterblichen Überreste von Jassir Arafat betraut worden. Das Team solle ermitteln, ob der frühere palästinensische Präsident möglicherweise vergiftet worden sei, teilte der zuständige Chefermittler Taufik Tirawi am Mittwoch in Ramallah im Westjordanland mit.

Ein Schweizer Labor hatte im Juli an Arafats Kleidung eine erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Isotops Polonium 210 gemessen. Der Fund nährte Spekulationen, der 2004 verstorbene palästinensische Präsident könnte ermordet worden sein. Schweizer Wissenschaftler hatten zuletzt auf eine rasche Untersuchung gedrungen, weil Polonium schnell zerfalle.

Laut AFP hat das Institut für Strahlenphysik am Universitätsspital Lausanne die Anfrage aus Ramallah erhalten: «Wir prüfen derzeit, wie wir am adäquatesten darauf reagieren», wurde Sprecher Darcy Christen zitiert. Die Zurückhaltung könnte Bedenken der Wissenschaftler signalisieren, zwischen die politischen Fronten des Nahostkonflikts zu geraten und keine seriöse Analyse vornehmen zu können. (kri/dapd)

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