Luzern: Untersuchung zu Waisenhaus-Opfern
Aktualisiert

LuzernUntersuchung zu Waisenhaus-Opfern

Bei Sozialdirektor Ruedi Meier haben sich weitere Misshandlungs-Opfer aus dem ehemaligen Waisenhaus der Stadt gemeldet. Jetzt soll eine Projektgruppe Licht ins Dunkel bringen.

von
Daniela Gigor
Sozialdirektor Ruedi Meier.

Sozialdirektor Ruedi Meier.

Am Montag hat der städtische Sozialdirektor Ruedi Meier den 66-jährigen Luzerner M. W.* zu einem Gespräch getroffen. W. lebte von 1951 bis 1960 im Waisenhaus und Kinderheim der Ortsbürgergemeinde der Stadt Luzern. Im April erhob er gegen die einstige Leitung massive Vorwürfe wegen Misshandlungen und sexuellen Übergriffen und forderte vom Stadtrat stellvertretend eine Entschuldigung.

Während Stadtpräsident Urs W. Studer eine solche «zurzeit» ablehnt, will Meier jetzt vorwärtsmachen. «Die Schilderungen der Erlebnisse von Herrn W. sind glaubwürdig», sagt Meier. Er stehe inzwischen mit mehreren weiteren Opfern des Waisenhauses in Kontakt. «Ich bin der Meinung, dass es eine baldige Entschuldigung braucht, weil damit der Ausdruck verbunden ist, dass wir die Vorwürfe ernst nehmen.» W. ist nach dem Treffen zufrieden: «Es war ein sehr angenehmes Gespräch.»

Über das weitere Vorgehen zur Aufarbeitung hat sich Meier mit dem kantonalen Sozialdirektor Guido Graf in Verbindung gesetzt. Graf bestätigte gestern auf Anfrage, dass gemeinsame Absprachen auch mit der katholischen Kirche und den Ingenbohler Schwestern laufen. Meier wünscht sich für die Aufarbeitung «eine unabhängige, vertrauenswürdige Projektgruppe mit Fachkenntnis und Distanz».

* Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung