Unterwasser-Wein reift auf dem Meeresgrund
Unterwasser-Wein liegt im Trend. Weshalb Weine auf dem Meeresgrund optimal reifen und welche Winzerinnen und Winzer diesen anbieten.

Unterwasser-Wein liegt im Trend. Weshalb Weine auf dem Meeresgrund optimal reifen und welche Winzerinnen und Winzer diesen anbieten.

Instagram/elixsea_wines
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Neuer TrendUnterwasser-Wein reift auf dem Meeresgrund

Weine reifen und lagern in der Regel im Weinkeller oder in einem temperierten Raum, bevor sie verkauft werden. Nicht so der Unterwasser-Wein – das kalte Nass macht ihn perfekt.

von
Luise Faupel

Immer mehr Weinproduzenten und Winzerinnen lassen ihren Wein auf dem Meeresgrund oder tief unten im See, statt im Weinkeller, reifen und lagern. Die Idee zum Unterwasser-Wein stammt von in Schiffwracks gefundenem Champagner, dessen Zustand auch nach langer Zeit noch exzellent war.

Beste Lagerbedingungen

Der gute Geschmack von Unterwasser-Wein ist kein Wunder, denn tief unten im Meer oder See ist es dunkel und kalt: Genau die Bedingungen, die Wein braucht, um perfekt zu reifen und zu lagern.

Licht und Sauerstoff, beides Faktoren, die dem Geschmack des Weines schaden, haben auf dem Meeresgrund keine Chance, ihm etwas anzuhaben. Das ist aber noch nicht alles, was für das Gären in Wassertiefe spricht.

Auf dem Meeresgrund herrscht zudem eine stetige, kühle Temperatur und auch der Unterwasserdruck, sowie die vom Gezeitenwechsel bedingten Strömungen und Bewegungen, sollen für ein perfektes Weinergebnis sorgen. 

Die Geschichte des Unterwasser-Weins

Laut «The Guardian» liegt der Ursprung des Unterwasserweins im Jahr 1998, als Taucher in der Ostsee Champagnerflaschen in einem gesunkenen schwedischen U-Boot entdeckten. Weinexperten stellten fest, dass der Champagner nicht nur unberührt, sondern auch überraschend köstlich war.

Eine kostspielige Rarität 

Das Produzieren von Wein aus dem Meer ist mit einem enorm hohen Aufwand und mit hohen Kosten verbunden. Viel Recherchearbeit für die Technik, geeignetes Equipment und ein spezialisiertes Team geben ihren Rest dazu. All diese Faktoren machen den Unterwasserwein aber natürlich umso begehrter.

Unterwasserwein als Sammlerstück

Neben der interessanten Reifetechnik ist es aber auch die Individualität, die den Unterwasserwein zum beliebten Sammlerstück macht. Jede Flasche ist ein Einzelstück, bedeckt von Algen, Muscheln und Korallen. 

Das Weinlabel Crusoe Treasure aus dem Baskenland in Spanien nutzt das besondere Verfahren auch gleich fürs Verpackungsdesign und spielt auf dem Instagramkanal zudem mit dem Mystischen des Meeres, indem es spektakuläre Unterwasserfotos postet.

Während man an Land gereifte Weine ab fünf Franken kaufen kann, starten Unterwasser-Weine bei ab hundert Franken.

Unterwasserwein liegt im Trend

Spanien ist das Vorreiterland des Unterwasser-Weins. 2017 gründeten der aus einer Winzerfamilie stammende Gergö Borbély und seine Frau Mariona Alabau ElixSea, ein Unterwasser-Weingut im spanischen Priorat.

Ihre im Mittelmeer gereiften Weine altern drei- bis viermal schneller als Kontrollproben desselben Weines aus einem Weinkühlschrank.

Unterwasser-Wein kaufen

Auch die Gründerinnen und Gründer des Weinlabels Kraken aus Montenegro haben sich auf den Unterwasser-Wein spezialisiert und stellen die von Algen und Muscheln beklebten Weinflaschen wie selbstverständlich auf gedeckte Tische.

Oder veranschaulichen, wie man den Unterwasser-Wein als Sundowner auf einem Boot geniesst.

Und der österreichische Winzer Josef Möth nutzt den alpinen Bodensee. Seine Weine befinden sich 60 Meter unter der Seeoberfläche und die chemische und sensorische Analyse habe ergeben, dass sie deutlich aromatischer sind.

Ab wann landet der Wein im Wasser?

Einige der Weine werden gealtert, bevor sie unter Wasser gehen. Der Lega Sea von ElixSea etwa, der zwölf Monate lang an Land in französischen Eichenfässern reift, bevor er untergetaucht wird. Die meisten Unterwasser-Weine verbringen jedoch ihre gesamte Gärzeit unter Wasser.

«Die Weine bekommen die Eigenschaften eines drei bis vier Jahre älteren Weins», so Winzer Borbély in einem Artikel auf «Food52», «aber aufgrund der relativ kurzen Zeit unter Wasser fanden wir eine sechsmonatige Reifung im Meer ideal, damit sie ihre jüngeren Eigenschaften behalten».

Hast du schon mal Unterwasser-Wein getrunken?

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