Kanton Zug – «Unverständlich, wieso Fahrausweise in Zug 20 Franken teurer sind»
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Kanton Zug«Unverständlich, wieso Fahrausweise in Zug 20 Franken teurer sind»

Die Zuger SVP fordert in einem Vorstoss Senkungen der Gebühren des Strassenverkehrsamtes. In Luzern nimmt die SP die Gebühren unter die Lupe.

von
Gianni Walther
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50 Franken kostet der Fahrausweis im Kreditkartenformat im Kanton Zug.

50 Franken kostet der Fahrausweis im Kreditkartenformat im Kanton Zug.

20min/Simon Glauser
In Zürich sind die Gebühren tiefer: Dort bezahlt man 35 Franken für den Fahrausweis. In St. Gallen fallen Gebühren in der Höhe von 30 Franken an.

In Zürich sind die Gebühren tiefer: Dort bezahlt man 35 Franken für den Fahrausweis. In St. Gallen fallen Gebühren in der Höhe von 30 Franken an.

20min/Michael Scherrer
Die Zuger SVP fordert per Vorstoss eine Senkung der Gebühren. «Es leuchtet nicht ein, weshalb Fahrausweise bei uns in Zug 20 Franken teurer sind als im Kanton St. Gallen», sagt Kantonsrat Michael Riboni.

Die Zuger SVP fordert per Vorstoss eine Senkung der Gebühren. «Es leuchtet nicht ein, weshalb Fahrausweise bei uns in Zug 20 Franken teurer sind als im Kanton St. Gallen», sagt Kantonsrat Michael Riboni.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Im Kanton Zug kostet der Führerausweis im Kreditkartenformat 50 Franken.

  • In anderen Kantonen kostet der Fahrausweis weniger.

  • Die Zuger SVP fordert nun eine Senkung dieser Fahrausweis-Gebühren. Generell sind die Gebühren beim Strassenverkehrsamt zu hoch, so die SVP.

  • In Luzern ist es die SP, die die Gebühren beim Strassenverkehrsamt im Kantonsrat thematisiert.

In der Schweiz werden seit vergangenem Dezember Fahrausweise «extern und schweizweit zentral gedruckt», heisst es auf der Webseite des Kantons Zug. Wer einen Fahrausweis benötigt, kriegt diesen also nicht mehr beim Strassenverkehrsamt. Im Kanton Zug kostet der Führerausweis im Kreditkartenformat 50 Franken. In Luzern bezahlt man 45 Franken, in Schwyz 60 Franken, im Aargau 35 Franken und in St. Gallen lediglich 30 Franken.

«Früher wurden die höheren Preise in Zug damit begründet, dass es kein so grosses Massengeschäft ist, wie in grösseren Kantonen», sagt Kantonsrat Michael Riboni von der Zuger SVP. «Diese Argumentation zählt jetzt nicht mehr, wenn alles zentralisiert gemacht wird», sagt er weiter. Die Zuger SVP hat deshalb im Kantonsrat einen Vorstoss eingereicht. Im Postulat fordert sie den Regierungsrat auf, «die Gebühren des Strassenverkehrsamtes, insbesondere jene für den Führerausweis im Kreditkartenformat, zu überprüfen und zu senken».

Gebühren auch in Luzern Thema

«Es leuchtet nicht ein, weshalb Fahrausweise bei uns in Zug 20 Franken teurer sind als im Kanton St. Gallen. Die Gebühren müssen gesenkt werden», so Riboni. «Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass der Kostendeckungsgrad des Strassenverkehrsamtes zu hoch ist», sagt er weiter. Gebühren sollen laut Riboni kostendeckend sein und mehr nicht. Der Kanton solle damit nicht zusätzlich Geld verdienen. «Der Kanton Zug schreibt 2022 einen Ertragsüberschuss von über 200 Millionen Franken. Keinem Kanton geht es so gut wie uns. Da verstehen wir einfach nicht, wieso man mit Gebühren noch Geld verdient», sagt der Kantonsrat.

Auch im Kanton Luzern sind die Gebühren des Strassenverkehrsamtes ein Thema: Dort ist es die SP, die eine Anfrage im Kantonsrat einreichte. So will SP-Kantonsrat Jörg Meyer etwa wissen, nach welchen Prinzipien in Luzern Gebühren beim Strassenverkehrsamt festgelegt werden und wer dies tut. Weiter will Meyer wissen, wie oft die Gebühren überprüft werden. Je nach Antwort der Regierung könnte ein weiterer Vorstoss dazu folgen: «Ich möchte von der Regierung zuerst eine Stellungnahme zu den auf den ersten Blick überhöhten Gebühren. Je nach Antwort behalte ich mir weitere Vorstösse vor», sagte Meyer kürzlich zur «Luzerner Zeitung» (Bezahlartikel).

Blauer Führerausweis

Der blaue Fahrausweis in Papierform kann seit 2003 durch einen Führerausweis im Kreditkartenformat umgetauscht werden. «Die alten Führerausweise mit ihren z.T. stark von den heutigen Kategorien abweichenden Inhalten verursachen erhebliche Kosten in den Datensystemen und sollen deshalb abgelöst werden», schreibt das Bundesamt für Strassen (Astra). Bis spätestens am 31. Januar 2024 muss der blaue Fahrausweis gegen den neuen Ausweis umgetauscht werden.

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