Deutschland: Unvorsichtige Feuerwehr vergiftet 57 Menschen
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DeutschlandUnvorsichtige Feuerwehr vergiftet 57 Menschen

Bei einem Chemieunfall am Timmendorfer Strand in Ostholstein sind 57 Menschen verletzt worden.

In einem Geschäftshaus, das renoviert werde, hätten sich am Sonntagnachmittag Rauchgase gebildet, sagte ein Sprecher der Lübecker Polizei, Detlef Riedel, am Montag. Passanten hätten daraufhin die Feuerwehr alarmiert.

Diese sei zunächst von einem Brand und nicht von einem Chemieunfall ausgegangen, sagte der Chef der Feuerwehr Ostholstein, Ralf Thomsen. Der Atemschutztrupp fand nach seinen Angaben dann zwei 20-Liter-Kanister mit Zwei-Komponenten-Kleber in dem völlig verqualmten Geschäft vor. Zwar hätten die Feuerwehrleute Atemschutzgeräte getragen, jedoch handele es sich bei dem Kleber um «ein kleines Teufelszeug», sagte Thomsen. Als die Brandschutzexperten draussen ihre Masken abgelegt hätten, habe allein der aus der Kleidung austretende Dampf ausgereicht, um sämtliche umstehenden Personen zu beeinträchtigen: 46 Feuerwehrleute und elf Anwohner seien mit Atemwegsreizungen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert worden.

Der Polizei zufolge hatten Handwerker am Sonntagmittag in dem Haus Bodenbeläge verlegt und vermutlich mit dem Zwei-Komponentenkleber gearbeitet. (dapd)

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