Gewitter über der Schweiz - Messstationen registrieren 12'500 Blitze und Böen von über 110 km/h

Gewitter über der SchweizMessstationen registrieren 12'500 Blitze und Böen von über 110 km/h

Am Montag erreichte das nächste Gewitter die Schweiz. Heftiger Regen und Hagel richteten Verwüstungen an. Am Dienstag gewittert es weiter.

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Newsdesk
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«Hagelschutz Marke Eigenbau», so nennt es der Tüftler, der aus Bau- und Campingmaterial diesen kreativen Schutzschild gebaut hat.

«Hagelschutz Marke Eigenbau», so nennt es der Tüftler, der aus Bau- und Campingmaterial diesen kreativen Schutzschild gebaut hat.

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In Schüpfen BE entwurzelte das Gewitter vom Montagabend einen Ahornbaum.

In Schüpfen BE entwurzelte das Gewitter vom Montagabend einen Ahornbaum.

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Da, wo einst der Baum stand, klafft jetzt ein grosses Loch.

Da, wo einst der Baum stand, klafft jetzt ein grosses Loch.

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Dienstag, 29.06.2021

Zwischenbilanz am Dienstagabend

Am frühen Abend präsentiert Meteonews eine Zwischenbilanz: 12'500 wurden bisher am Dienstag registriert, besonders in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Bern und Tessin. Zudem kam es in den Alpenregionen zu Windböen von teils über 110 km/h, aber auch in Steckborn TG und Schaffhausen fielen die Böen mit maximal 91 km/h stark aus.

Schutzschild aus Euro-Paletten

Wer nicht die Möglichkeit hat sein Auto bei drohendem Hagelsturm in einer Garage unterzustellen, muss sich selber zu helfen wissen. So wie dieser Leser, der uns ein Bild von seinem selbstgebautem Hagel-Schutzschild geschickt hat. In Luzern habe sich der «Hagelschutz – Marke Eigenbau», wie es der Tüftler nennt, schon bewährt und bleibe darum auch bis auf Weiteres montiert. Für die Konstruktion nutzte er vorhandenes Bau- und Campingmaterial.

«Hagelschutz Marke Eigenbau», so nennt es der Tüftler, der aus Bau- und Campingmaterial diesen kreativen Schutzschild gebaut hat.

«Hagelschutz Marke Eigenbau», so nennt es der Tüftler, der aus Bau- und Campingmaterial diesen kreativen Schutzschild gebaut hat.

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Baum entwurzelt

In Schüpfen BE entwurzelte das heftige Gewitter gleich einen ganzen Baum. Wo der Ahornbaum stand, könnte man jetzt beinahe einen Teich anlegen. Wie die Leserin schreibt, soll der Baum noch im Verlaufe des Tages weggebracht werden.

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Gewitter in Luzern

Am Dienstagnachmittag kam es im Kanton Luzern erneut zu Gewittern. Über 40 Meldungen gingen nach dem Mittag zwischen 12 und 15 Uhr bei der Einsatzleitzentrale ein, wie die Luzerner Polizei in einer Medienmitteilung schreibt. Die Meldungen betrafen abgedeckte Notdächer, Abwasserschächte die überliefen und Wasser, das in Gebäude floss. Meldungen über verletzte Personen gab es keine. Insgesamt wurden 12 Feuerwehren aufgeboten wobei die Gemeinden Wolhusen, Ruswil, Menznau, Buttisholz, Sempach, Hildisrieden, Hitzkirch und Beromünster am stärksten von dem Unwetter betroffen waren.

Gewitterfront zieht nach Osten weiter

Am frühen Nachmittag zieht das Gewitter weiter über Zürich in die Ostschweiz. Im Tessin gewittert es derweil auch.

Hagelschäden in Millionenhöhe

Seit Tagen ziehen Unwetter, Hagelstürme und heftige Sommergewitter über die Schweiz. Besonders der Hagel hinterlässt Schäden in Millionenhöhe, wie die Schweizerische Hagel- und Versicherungs-Gesellschaft in einer Mitteilung schreibt. Man erwarte alleine in den betroffenen Kantonen Waadt, Fribourg, Neuenburg, Solothurn, Aargau, Luzern, Zug, Zürich, Schaffhausen und Thurgau über 2500 Schadensmeldungen. Betroffen seien Ackerkulturen, Gemüse, Gärtnereien, Tabakplantagen, Obst, Beeren und Reben. Der Schaden belaufe sich auf 20 Millionen Franken.

Die Versicherung AXA geht von 33'000 Schäden aus in einer Höhe von 143 Millionen Franken. Hauptsächlich handle es sich dabei um Schäden an Autos. Die teils Tennisball-grossen Hagelkörner verbeulten die Karosserien der Fahrzeuge teils komplett. Auch an Gebäuden und Hausrat sei beträchtlicher Schaden entstanden, so die Axa.

Auch die Allianz Versicherung zieht Bilanz. Es seien die schwersten Hagelschäden seit über 20 Jahren gewesen, sagt sie, und beziffert den Schaden auf 96 Millionen Franken.

Die Hagelschäden betrafen vor allem Autos.

Die Hagelschäden betrafen vor allem Autos.

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Gewitter erreicht Bern

Die Unwetter haben von Westen her Bern erreicht. Auf Videos von News-Scouts aus Stettlen nur wenige Kilometer östlich von Bern sind sintflutartige Regenfälle und prasselnder Hagel zu sehen.

Erneuter Hagel im Kanton Bern

Am Dienstag kommt es in der Schweiz erneut zu heftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel.

Meteorologen kündigen weitere Gewitter an

Die Schweiz wird bald wieder von Gewittern heimgesucht. Das schreiben die Meteorologen von Meteonews. Sie sagen, man müsse sich erneut auf stürmische Windböen, Hagel und Starkregen gefasst machen:

Polizei warnt vor herabstürzenden Gebäudeteilen

Die Luzerner Polizei warnt: Unbefugte Personen sollen von Feuerwehren abgesperrte Schadensgebiete nicht betreten. Am Montag waren Feuerwehren in besonders betroffenen Gemeinden damit beschäftigt, offene Dächer, gemeinsam mit Dachdeckern, notfallmässig zu decken. Am stärksten betroffen waren die Gemeinden Wolhusen, Ruswil, Menznau, Buttisholz, Nottwil, Grosswangen, Eich, Schenkon, Sempach, Römerswil und Beromünster.

Da am Dienstag erneut starke Gewitter aufziehen sollen, seien die Absperrungen der Feuerwehren, wegen herabstürzender Gebäudeteile, unbedingt zu beachten. «Auch auf Strassen und Wegen in Gebäudenähe ist jederzeit mit herabfallenden Gegenständen zu rechnen», teilt die Polizei mit.

Prognosen

Es strömt weiterhin angefeuchtete Luft von Frankreich her in die Schweiz. Am Dienstagvormittag ist laut dem «Wetterflash» von Meteonews veränderlich bewölkt, es gibt sogar vereinzelte Sonnenstrahlen. Am Nachmittag gibt es Platzregen und Gewitter, die auch heute wieder heftig ausfallen können. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad.

Wetterflash vom 29.06.2021, 02h

Gewitter im Tessin

Die Lage im Norden hat sich in der Nacht vorübergehend entspannt, dafür gewitterte es im Tessin, wie Meteonews twitterte. Vor allem in Bosco/Gurin und in Airolo regnete es stark.

Fünfliber-grosse Hagel-Klumpen

In St. Gallen habelt es Fünfliber-grosse Klumpen, wie dieses News-Scout-Foto beweist:

Montag, 28.06.2021

Polizei warnt Bevölkerung von Bulle FR

«Infolge des Unwetters vom 28.06.2021 in Bulle sind Tausende von Ziegeln zerbrochen und drohen von den Dächern der Gebäude zu fallen und die Bevölkerung zu gefährden», schreibt die Kantonspolizei Freiburg auf Twitter.

Die Behörden bitten alle, die Sicherheits- bzw. No-Go-Zonen einzuhalten.

Zertrümmerte Scheiben auch bei Kimi Räikkönens Alfa Romeo

In seiner Instagram-Story teilt der Formel 1-Star Kimi Räikkönen Bilder von seinem Zuhause in Baar ZG. Bei einem Video, auf dem er seinen vom Hagel zerschossenen Alfa Romeo Stelvio zeigt schreibt er dazu: «Liebe Alfa, können wir morgen einen kurzen Boxenstopp in ihrer Fabrik einlegen?»

Ob ein, wie er schreibt, «kurzer Boxenstopp» ausreicht? Auf den Videos ist zu sehen, dass Heck-, Front,- und Seitenscheiben zertrümmert sind. Auch schreibt er, er habe jetzt ein Abendprogramm: «unser Dach reparieren», so Räikkönen in seiner Story.

Wasserversorgung unterbrochen

Wie Alertswiss meldet, ist derzeit in Mühlethurnen und Lohnstorf im Kanton Bern die Wasserversorgung unterbrochen. Dies aufgrund eines Wasserleitungsbruchs, wie es auf der Notfall-App heisst.

Im betroffenen Gebiet kann derzeit kein Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgung bezogen werden.

Folgende Verhaltenstipps geben die Behörden:

  • Beachten Sie die weiteren Informationen der Behörden auf den offiziellen Kanälen.

  • Benutzen Sie Wasser aus Getränkeflaschen.

  • Helfen Sie den Nachbarn bei Bedarf aus.

Betroffene aus der Region geben an, dass man das schon bemerkt habe. «Beim Abwasch vorhin habe noch alles funktioniert und man hoffe, dass das bald behoben werde», sagt uns eine Frau aus Mühleturnen zu 20 Minuten. Eine weitere Frau sagt, dass sie das wohl gehört habe, aber nicht betroffen sei: «Wir haben bei uns im Haus eine eigene Quelle und eine Wasserpumpe.»

50'000 Blitze über der Schweiz

Die einstweilige Bilanz des Tages: fast 50'000 Blitze über der Schweiz.

450 Meldungen bei Polizei in Luzern eingegangen

Bei der Luzerner Polizei und den im einsatzstehenden Feuerwehren sind am Montagabend über 450 Ereignismeldungen eingegangen. Diese betrafen hauptsächlich überschwemmte Strassenabschnitte/ Unterführungen, Wassermassen die in Häuser flossen, abgedeckte Häuser/Scheunen und durch den Hagel beschädigte Dachfenster. In Wolhusen wurde eine Person durch herumfliegende Gebäudeteile verletzt. Zwei weitere Personen wurden durch Hagelkörner verletzt, wie die Kapo Luzern in einer Mitteilung schreibt.

Auf der Autobahn A2 zwischen Rothenburg und Sursee blieben Dutzende Autos stehen, bei welchen die Fahrzeugscheiben durch Hagelkörner beschädigt wurden.

Am stärksten betroffen waren die Gebiete Wolhusen, Ruswil, Menznau, Buttisholz, Nottwil, Eich, Schenkon, Sempach und Beromünster. Im Einsatz standen rund 800 Angehörige von insgesamt 20 Feuerwehren.

Zug in Bern evakuiert

Videos und Fotos einer Leserin zeigen, wie kurz vor dem Bahnhof Europaplatz in Bern ein Zug evakuiert wird. Es handelt sich dabei um die S6 in Richtung Schwarzenburg. Tamara Hofer, die sich in dem Zug befand erzählt, dass sie Funken bei den Leitungen gesehen habe und auf dem Zug liegende Stromkabel. «In dem Zug waren wir sicher, aber rausgehen durften wir erst nach eineinhalb Stunden.» Durch die Angst sei aber schnell ein spezielles Gemeinschaftsgefühl entstanden. «Wir haben zum Beispiel Tic Tac Toe gespielt um uns zu beruhigen, das war schön», erzählt Hofer weiter. Die BLS konnte für eine Stellungnahme am Abend nicht mehr erreicht werden.

Bern

Die S6 von Bern in Richtung Schwarzenburg musste kurz vor dem Bahnhof Europaplatz in Bern evakuiert werden.

20min/News-Scout

Dach in Wolhusen LU zerstört

In Wolhusen LU ging im Hagel sogar ein Dach kaputt, wie SRF auf Twitter berichtet.

Autobahneinfahrt geflutet

Auf der A1 von St. Gallen Richtung Zürich ist laut TCS die Einfahrt in Höhe Wil gesperrt.

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