Unwetter: Stauseen haben Schlimmeres verhindert
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Unwetter: Stauseen haben Schlimmeres verhindert

Die Stauseen in den Schweizer Bergen haben während den Unwettern im Berner Oberland die Abflüsse der Gewässer entlastet.

Im Grimselgebiet hielten die Speicherbecken am Mittwoch und Donnerstag rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser zurück.

Der Pegel des Brienzersees sei dank dieser Massnahme schätzungsweise um rund 17 Zentimeter tiefer geblieben, sagte Martin Tschirren, Leiter Public Affairs der Kraftwerke Oberhasli (KWO), auf Anfrage am Freitag. Auswirkungen könnten zudem an den Pegelständen der Aare bis Bern nachgewiesen werden.

Auch beim Bundesamt für Energie (BFE) ist der Einfluss der Stauseen auf die Abflussspitzen der Schweizer Flüsse unbestritten. Im Unwettersommer 2005 spielten die Stauseen laut einer im vergangenen Juli veröffentlichten BFE-Studie eine grosse Rolle beim Schutz der Bevölkerung vor Überschwemmungen.

Noch keine Analyse

Für dieses Jahr sei noch keine genaue Auswertung verfügbar, sagte BFE-Sprecherin Marianne Zünd. «Wir gehen im Moment von einer ähnlichen Situation wie im Jahr 2005 aus.» Die Stauseen können dank ihrer Speicherkapazität die Abflüsse der Flüsse und Pegelstände der Seen entlasten und noch schlimmere Überschwemmungen verhindern.

Allerdings hatten die Stauseen vor zwei Jahren mehr Platz für Wasser. Die zuletzt erhobenen Zahlen vom 6. August zeigen, dass die Schweizer Stauseen im Durchschnitt zu 82,6 Prozent gefüllt waren. Vor zwei Jahren lagen die Füllstände der Stauseen mit rund 63 Prozent wesentlich tiefer.

Der Grund für die höheren Pegelstände ist im nassen bisherigen Sommer zu suchen. Aber auch der warme Winter, wegen dem die Stauseen nur in einem geringeren Mass entleert wurden, spielte eine Rolle.

(sda)

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