Unwetter versetzt Berlin in Ausnahmezustand
Aktualisiert

Unwetter versetzt Berlin in Ausnahmezustand

Wegen eines Unwetters mit heftigem Regen und Sturmböen ist in der Nacht zum Samstag in Berlin der Ausnahmezustand ausgerufen worden.

Dem Wetter fielen auch mehrere Veranstaltungen des WM-Rahmenprogramms zum Opfer. So wurde die grosse WM-Show mit internationalen Stars auf der Fanmeile abgesagt. Auch andernorts meldete der Deutsche Wetterdienst gewaltige Regenmengen. Unwetter zogen in einem Streifen von Hessen über Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg hinweg. In den kommenden Tagen soll laut Vorhersage aber wieder die Sonne die Oberhand gewinnen.

Wegen schwerer Regenfälle mussten Polizisten in der Bundeshauptstadt zu 177 wetterbedingten Einsätzen ausrücken, wie die Pressestelle mitteilte. Die Feuerwehr meldete insgesamt 1.013 Einsätze. Das Technische Hilfswerk rückte 42 Mal aus.

In der Nacht war ein Starkregengebiet aus Südosten in westlicher Richtung über die Stadt gezogen. Einzelne Windböen sorgten für Beschädigungen an Bauwerken und für Verkehrsbeeinträchtigungen durch abgebrochene Äste. Zahlreiche Strassen und Strassenunterführungen waren bis zum Vormittag nicht befahrbar.

Im Stadtteil Köpenick wurden die Flachdächer von zwei Gebäuden komplett abgedeckt. Ein Blitzeinschlag setzte in Treptow den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. In Steglitz stand eine zweigeschossige Tiefgarage vollständig unter Wasser. Auf verschiedenen U-Bahnstrecken musste der Bahnverkehr wegen des Eindringens von Regenwasser zeitweise unterbrochen werden.

Auch in unterirdischen S-Bahnhöfen stand das Wasser und sorgte für Verkehrsbeeinträchtigungen. Aus Charlottenburg wurde ein mehrstündiger Stromausfall gemeldet.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde am Freitag am Frankfurter Flughafen ein Tornado gesichtet, der aber keine Schäden verursachte.

Laut Vorhersage bestimmen auch am Samstag teils starke Gewitter das Wetter in Deutschland. Der DWD gab am Samstagmittag Unwetterwarnungen für Rheinhessen und den Taunus heraus. Örtlich könne es schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel geben.

Verantwortlich für die Wetterlage seien das Gewittertief «Ramona» und eine Kaltfront des Tiefs «Susi» über dem europäischen Nordmeer. Beide ziehen aber allmählich nach Osten ab und machen den Weg frei für Hoch «Axel» im Westen, das sich in den kommenden Tagen nach Mitteleuropa ausdehnt. «Damit lässt die Gewittertätigkeit über Deutschland vorübergehend nach, und die Sonne gewinnt für ein paar Tage die Oberhand», erklärte Meteorologin Anette Schimon.

Am Sonntag ist es demnach überwiegend heiter bis wolkig und meist trocken. Nur im äussersten Osten und Südosten sind am späten Nachmittag und Abend teils gewittrige Schauer zu erwarten. Das Thermometer klettert erneut auf hochsommerliche Werte zwischen 25 und 30 Grad.

Verbreitet sonnig und trocken ist es laut Vorhersage auch am Montag. Die Höchstwerte liegen zwischen 27 und 32 Grad, an den Küsten bei 25 Grad. (dapd)

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