Tag danach: Unwetterschäden in Schangnau sind immens

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Tag danachUnwetterschäden in Schangnau sind immens

Am Tag danach in der Gemeinde Schangnau: Die Schäden gehen in die Millionen, die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang und die gesamte Schweiz zeigt sich solidarisch.

von
miw

«Die Nacht war glücklicherweise ruhig», sagt Markus Grossenbacher , Regierungsstatthalter des Emmentals. Nun aber, seit Tagesanbruch, zeigen sich die Folgen des Unwetters vom Donnerstag in ihrem vollen Ausmass: geflutete Felder, zerstörte Häuser und Schäden in Millionenhöhe.

Die Stimmung in Schangnau ist sehr gedrückt. Trotzdem: «Die Schangnauer beklagen sich nicht, sondern packen an und helfen einander gegenseitig,» erzählt Grossenbacher. Unterstützung erhalten sie zudem vom Zivilschutz. Als Erstes werden nun die unter Wasser stehenden Kellerräume ausgepumpt. Hier sei Eile geboten, denn die schlammigen Wassermassen würden beim Trocknen hart wie Beton werden.

Zudem werden auch die Bachläufe geräumt und vom gesamten Schwemmholz befreit. Bei einem erneuten Gewitter müssen die Bäche frei sein, damit sie nicht sofort wieder über die Ufer treten. «Der morgige Tag macht uns noch grosse Sorgen, in der Schweiz sind erneut Regenfälle prognostiziert», fürchtet sich Grossenbacher im Namen der Schangnauer. Er hofft, das Emmental werde dieses Mal verschont bleiben.

Hilfe aus der ganzen Schweiz

Die Solidarität mit den Emmentalern ist schweizweit gross: «Es melden sich Leute aus der ganzen Schweiz, die uns bei den Räumungsarbeiten helfen wollen.» Das Angebot wird geschätzt, aus Koordinationsgründen müsse man aber momentan auf diese Hilfe verzichten. «Wir haben aber ein Konto mit dem Vermerk «Unwetterschäden» eingerichtet, auf das Spendengelder eingezahlt werden können.» Es laufen auch Verhandlungen mit der Glückskette über einen allfälligen Spendenaufruf. Denn eins ist im Emmental allen klar: Die Schäden sind immens.

Das Hochwasser im Emmental am Donnerstag, 24. Juli:

Am Freitag waren die Einsatzkräfte vor allem bemüht, die Bachläufe von Geröll und Holz zu befreien. Damit will man sich auch gegen allfällige neue Gewitter wappnen. Das Ausräumen der Bachläufe habe jetzt Priorität, sagte der Emmentaler Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher auf Anfrage. Denn so wolle man verhindern, dass die Bäche wieder über die Ufer treten, falls es wieder stark regnen sollte.

Erneut starke Regenfälle gemeldet

Gemäss Wettervorhersage sei im Schadengebiet von Samstag bis Sonntag wieder mit erheblichen Regenfällen zu rechnen, teilten die Behörden am Freitagabend mit. Dies gebe zu einiger Besorgnis Anlass. Die Einsatzkräfte hatten auch am Freitag mit Hochdruck daran gearbeitet, verschüttete Verkehrswege zu öffnen. Das Schadengebiet Bumbach ist vorläufig für den Allgemeinverkehr immer noch ab Schangnau gesperrt.

Die Wasser- und Stromversorgung sei gewährleistet, schreiben die Behörden weiter. Ebenso funktioniere die Kanalisation. Die betroffene Bevölkerung konnte zum Teil wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Am Freitag wurden nach wie vor Keller ausgepumpt.

Für die beiden Holzbrücken in Schangnau beziehungsweise Eggiwil, die von den Fluten weggespült wurden, gebe es inzwischen eine Lösung, sagte Grossenbacher weiter. Die Armee werde zwei Notbrücken bauen und hierzu die Arbeitskräfte und die Geräte stellen. Die Gemeinde besorgt das Material und einen Ingenieur.

Erdrutsch auf A12

Am Donnerstagabend verschüttete ein Erdrutsch einen Teil der Autobahn A12 in Châtel-St-Denis. Die rechte Fahrbahn musste während zweieinhalb Stunden gesperrt werden.

Die Einsatzkräfte befreiten den betroffenen Strassenabschnitt mit einem Bagger vom Schutt und Schlamm, wie die Freiburger Kantonspolizei mitteilte. Wegen des heftigen Regens war zuvor ausserdem die Strasse zwischen St. Antoni und Tafers überflutet worden.

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