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Miroslav Klose bei LazioUnzählige Übernamen und eine Konstante

Bei den Bayern stand er auf dem Abstellgleis, für Lazio Rom schiesst er einen Treffer nach dem anderen: Miroslav Klose hat in Italien eingeschlagen wie eine Bombe.

von
Philipp Reich
Miroslav Klose hat bei Lazio zu alter Torgefährlichkeit zurückgefunden. (Bild: Keystone/AP)

Miroslav Klose hat bei Lazio zu alter Torgefährlichkeit zurückgefunden. (Bild: Keystone/AP)

Fünf Tore in sieben Spielen: Wenn Miroslav Klose für seinen neuen Verein Lazio Rom aufläuft, trifft er fast immer. Der deutsche Nationalspieler, der im Sommer ablösefrei von Bayern München in die italienische Hauptstadt wechselte, ist für die Römer bereits zur Lebensversicherung geworden. Der 33-Jährige erzielte bei den zwei einzigen Serie-A-Vollerfolgen jeweils den Siegtreffer. Vor allem dank Kloses Toren hat Lazio mit acht Punkten aus fünf Spielen den Anschluss an die Spitze gerade noch halten können.

Bei den Fans hat sich der treffsichere Stürmer, der seine Tore auch in Rom mit einer Salto-Einlage feiert, schnell zum Publikumsliebling entwickelt. Doch nicht nur die Fans, auch die Presse hat «Il Tedesco», den Deutschen, schnell ins Herz geschlossen. Die zahlreichen römischen Boulevard-Blätter überhäufen Klose nach jedem Spieltag von neuem mit Lob und warten regelmässig mit neuen Spitznamen für den Stürmer auf.

«Marsmensch», «Kobra», «Bomber»

Als «Marsmensch», «Killer», «Kobra» oder «Naturgewalt» wurde Klose schon bezeichnet. Die Italiener lieben martialische Sprüche für deutsche Fussballer offenbar ganz besonders. Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme waren bei Inter Mailand einst «Il Panzer Trio» getauft worden, Klose ist nun «Il Bomber».

Ob die italienischen Journalisten bewusst eine Anspielung auf den «deutschen Bomber» Gerd Müller beabsichtigten? Egal. In seiner aktuellen Topform ist Klose auch für Bundestrainer Jogi Löw wieder zur ernsthaften Alternative für oder neben Mario Gomez geworden. Mit 62 Toren in 112 Länderspielen jagt der WM-Torschützenkönig von 2006 noch immer den Uralt-Rekord von Gerd Müller, der 68 Mal im deutschen Nationaltrikot getroffen hat.

Zusammen mit Cissé die 500-Tore-Marke im Visier

Mit seinen starken Auftritten für Lazio hat sich Klose sein Aufgebot redlich verdient. Als einzige Spitze fühlte sich Klose zuletzt aber nicht sehr wohl. Bei den Römern profitiert der Deutsche sehr vom Einsatz seines kongenialen Partners Djibril Cissé. Der einst so exzentrische Franzose, der zuletzt bei Panathinaikos Athen zu alter Form zurückfand, wechselte ebenfalls im Sommer zu Lazio und hat sich als Vorbereiter ganz in den Dienst der Mannschaft gestellt. «Miroslav und ich verstehen uns sehr gut», sagte Cissé schon vor dem Meisterschaftsstart. «Selbst nach dem Training diskutieren wir noch unter der Dusche, was wir verbessern können.»

Im Spätherbst ihrer Karriere blühen Cissé und vor allem Klose bei Lazio noch einmal auf. Wenn sie weiter so gut harmonieren, liegt auch die von der Presse zelebrierte Schallmauer von 500 Toren in Reichweite. Klose kommt in seiner Karriere bislang auf 245 Treffer, Cissé auf 236. Noch fehlen 19 Tore. Der umstrittene Lazio-Coach Edy Reja weiss allerdings auch so, was er an seinem Sturmduo hat. «Cissé und Klose verstehen sich jeden Tag besser - sie haben das Zeug, eines der gefährlichsten Sturmduos dieser Saison zu werden.» Wenn seine Prophezeiung eintrifft und Lazio auch in der Defensive zulegen kann, dürften die Fans nicht nur von einem Platz vor Stadtrivale AS Roma, sondern auch von einer Qualifikation für die Champions League träumen.

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