Aktualisiert 25.06.2009 15:13

Sorgenecke für LehrlingeUnzufrieden mit der Bewertung

Ich absolviere eine KV-Lehre bei einer Regionalbank. Mit der Bewertung und Benotung meiner letzten ALS bin ich nicht einverstanden. Was passiert, wenn ich die ALS nicht unterschreibe?

von
Andrea Ruckstuhl

Deine Unterschrift unter die beurteilte Arbeits- und Lern­situation (ALS) heisst nur, dass du diese mit deinem Berufsbildner oder deinem Fachausbildner besprochen und die Beurteilung zur Kenntnis genommen hast. Es heisst nicht, dass du mit der Beurteilung einverstanden bist.

Ziel der ALS-Besprechung muss ja sein, dass du Punkt für Punkt verstehst, wo du schon gute Leistungen bringst und wo du dich noch verbessern kannst. Am Schluss solltest du verstehen, warum deinVor­gesetzter zu einer anderen Einschätzung kommt als du selber. Es lohnt sich, in einem zweiten Gespräch bei den drei, vier zentralen Punkten noch einmal genau nachzufragen, was man von dir eigentlich erwartet hätte. Mach das unbedingt konkret, also: «Ich habe beim Punkt xy nur einen Punkt erhalten und möchte noch genauer wissen, was von mir erwartet worden wäre.»

Ich rate dir, für die ­Vorbereitung auf ein solches Gespräch selbstkritisch zu sein und dir zu überlegen, in welchen Punkten du tatsächlich eine bessere Leistung ­hättest erbringen können. Es kann sein, dass du nach der Rückfrage zwar die Kritik nun verstehst, aber mit der Bewertung immer noch nicht einverstanden bist. Du kannst die Punkte, die du anders siehst, bei den Bemerkungen festhalten. Aber an der Bewertung ändert das nichts – diese liegt in der Verantwortung der Vorgesetzten.

Du kannst deine ALS auch mit einem ÜK-Leiter besprechen. Diese haben viel Erfahrung, kennen auch die ALS aus verschiedenen Betrieben und können als Drittpersonen von aussen die Kritikpunkte einschätzen und mit dir besprechen.

Andrea Ruckstuhl, Ressortleiter Jugend- und Lehrlingsfragen des KV Schweiz, beantwortet unter deine Fragen.

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