St. Gallen: Verkehrsbetriebe leiden unter Kündigungen

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St. GallenUnzufriedenheit bei Busfahrern – 10 Prozent Kündigungen im laufenden Jahr

Bei den Verkehrsbetrieben St. Gallen (VBSG) haben bis Oktober 2022 28 Chauffeurinnen und Chauffeure ihren Job gekündigt. Gründe dafür sollen laut einem Mitarbeiter unter anderem tiefe Löhne und fehlende Wertschätzung sein.

von
Seline Bietenhard
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Bei den Verkehrsbetrieben St. Gallen kündigen vermehrt Busfahrerinnen und Busfahrer.

Bei den Verkehrsbetrieben St. Gallen kündigen vermehrt Busfahrerinnen und Busfahrer.

20 Minuten
Rund 30 Chauffeurinnen und Chauffeure haben seit Anfang Jahr gekündigt.

Rund 30 Chauffeurinnen und Chauffeure haben seit Anfang Jahr gekündigt.

20min/anb
Gründe dafür sollen unter anderem tiefe Löhne und fehlende Wertschätzung sein.

Gründe dafür sollen unter anderem tiefe Löhne und fehlende Wertschätzung sein.

20min/Marion Alder

Darum gehts

  • Die Verkehrsbetriebe St. Gallen haben derzeit viele Abgänge beim Busfahrpersonal.

  • Rund 30 Mitarbeitende haben von Januar bis Ende Oktober gekündigt.

  • Laut einem Mitarbeiter sind fehlende Wertschätzung und tiefe Löhne dafür verantwortlich.

  • Die Verkehrsbetriebe reagieren jetzt auf die Kündigungen.

Busfahrerinnen und -fahrer der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) sind am Anschlag. Von Januar bis Ende Oktober sollen bereits rund 30 Mitarbeitende – mehr als zehn Prozent der Fahrdienstmitarbeitenden– das Unternehmen verlassen haben, wie ein Chauffeur gegenüber dem «Tagblatt» (Bezahlartikel) erzählte. Grund dafür: tiefe Löhne und fehlende Wertschätzung. Weiter sollen Mitarbeitende von anderen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs abgeworben werden.

Auch bei 20 Minuten meldete sich ein Chauffeur, welcher die im «Tagblatt» geschilderten Vorwürfe bestätigt. «Seit einigen Jahren sind die Mitarbeiter der VBSG richtig am Anschlag, unzufrieden und ohne Motivation», so der Mann. Es fehle der Respekt sowie die Wertschätzung für die Mitarbeitenden. «Das Fahrpersonal wird wie eine Nummer behandelt, teilweise auch unter der Gürtellinie», so der Mitarbeiter. Beispielsweise würden Krankmeldungen kurz angebunden abgehandelt. «Keiner wünscht gute Besserung. Nach dem Telefon ist klar, dass im Betrieb laut gesagt wird, dass die kranke Person einfach nicht arbeiten will und faul ist», sagt der Chauffeur.

«Die Erwartungen an Chauffeure sind hoch»

Unternehmensleiter Ralf Eigenmann teilte gegenüber dem «Tagblatt» mit, dass es sich um 28 Personen aus dem Fahrdienst des Unternehmens handelt, die den Betrieb verlassen haben. «Die Gründe für die Kündigungen sind unterschiedlich, zurzeit werden immer wieder Fahrerinnen und Fahrer von anderen ÖV-Unternehmen abgeworben», so Eigenmann. Viele Mitarbeitende hätten zudem über tiefe Löhne und über fehlende Wertschätzung, die mit den tiefen Löhnen zusammenhängt, beklagt.

Auch andere Gründe seien laut dem Unternehmensleiter für die vielen Kündigungen verantwortlich. «Die Erwartungen an Chauffeurinnen und Chauffeure sind hoch und vielfältig. Kunden erwarten eine sichere und professionelle Fahrweise, Pünktlichkeit, Freundlichkeit und einen guten Kundendienst», so Eigenmann. Weiter würden viele Busfahrerinnen und -fahrer den Schichtbetrieb unterschätzen und deshalb auch häufig das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Lohnerhöhungen und zusätzliche Ferien

«Wir planen, bei der nächsten Lohnplanung die tieferen Löhne etwas anzuheben und die Einstiegslöhne zu verbessern», so Eigenmann. Auch sollen Mitarbeitende ab dem nächsten Jahr eine Woche zusätzlich Ferien erhalten. Mit diesen Massnahmen versuchen die VBSG, die Abwanderung der Buschauffeurinnen und Buschauffeure zu stoppen. Über die Lohnerhöhungen sowie die zusätzlichen Ferien hatte vergangene Woche das St. Galler Stadtparlament entschieden.

Welches Transportmittel nutzt du am häufigsten?

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Hier findest du Hilfe:

Arbeit.swiss, Informationen und Adressen für Stellensuchende

Lohnforderung.ch, Rechte bei fristloser Kündigung

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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