Verstrahltes Gebiet: Ur-Pferde fühlen sich in Tschernobyl pudelwohl
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Verstrahltes GebietUr-Pferde fühlen sich in Tschernobyl pudelwohl

Przewalski-Pferde gelten als die letzten noch lebenden Vertreter von Wildpferden. Doch sie lieben offenbar feste Behausungen.

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Menschen sind in der Gegend um Tschernobyl kaum zugegen, dafür aber jede Menge Wildtiere.

Menschen sind in der Gegend um Tschernobyl kaum zugegen, dafür aber jede Menge Wildtiere.

Valeriy Yurko/ Polesie State Radioecological Reserve
Dazu zählen unter anderem die Przewalski-Pferde. Sie sind Nachkommen einer Handvoll Pferde, die im Rahmen eines Experiments in das Sperrgebiet gebracht wurden.

Dazu zählen unter anderem die Przewalski-Pferde. Sie sind Nachkommen einer Handvoll Pferde, die im Rahmen eines Experiments in das Sperrgebiet gebracht wurden.

Screenshot Youtube
Forscher der University of Georgia haben bereits vor einigen Jahren Kameras mit Bewegungsmeldern installiert und mehr als 11'000 Aufnahmen von den Tieren gemacht. Doch Auskünfte über den genauen Bestand können die Wissenschaftler dennoch nicht geben.

Forscher der University of Georgia haben bereits vor einigen Jahren Kameras mit Bewegungsmeldern installiert und mehr als 11'000 Aufnahmen von den Tieren gemacht. Doch Auskünfte über den genauen Bestand können die Wissenschaftler dennoch nicht geben.

UGA/Peter Schlichting

Mehr als 30 Jahre nach dem GAU von 1986 gleicht das Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk einem wahren Wildtierparadies. Neben Bären, Wölfen, Luchsen, Wildschweinen und Elchen, haben auch Seeadler, amerikanische Nerze und Flussotter ihren Weg das Sperrgebiet gefunden.

Auch die vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferde sind in dem verstrahlten Areal wieder anzutreffen. Sie sind die Nachkommen von 36 Pferden, die vor Jahren im Rahmen eines Experiments in das Sperrgebiet gebracht wurden. Inzwischen sollen rund einhundert von ihnen über die einstigen Felder streifen.

Wildpferde mögen es heimelig

Wie viele es genau sind, ist allerdings unklar. Zwar haben Forscher der University of Georgia bereits vor einigen Jahren Kameras mit Bewegungsmeldern installiert und mehr als 11'000 Aufnahmen von den Tieren gemacht. Doch Auskünfte über den genauen Bestand können die Wissenschaftler dennoch nicht geben.

Allerdings hofft das Team um James Beasley, dass dies künftig anders sein wird. So konnten sie auf den Fotos erkennen, dass die Wildpferde, die anders als Hauspferde nicht vom Menschen domestiziert wurden und keinerlei Stallhaltung kennen, gerne Unterschlüpfe aufsuchen.

Schutz, Schlaf, Schäferstündchen

Die Przewalski-Pferde würden sich immer wieder in verlassenen Häuser und Scheunen zurückziehen, heisst es im Fachjournal «Mammal Research» – zum Schutz, zum Schlafen und um sich zu vermehren.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass Przewalski-Pferde routinemässig verlassene Gebäude in der Zone nutzen», zitiert die Hochschule Beasley in einer Mitteilung. Infolgedessen könnten diese Strukturen als wichtige Schwerpunkte für die Forschung dienen, um wichtige demografische Informationen wie Alter, Geschlechterverhältnis, Population und genetische Struktur zu erhalten.» Kurz: um mehr über die offiziell vom Aussterben bedrohten Tiere herauszufinden.

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