Technik von gestern: Uralt-Handys sind der letzte Schrei
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Technik von gesternUralt-Handys sind der letzte Schrei

Alte Mobiltelefone liegen im Trend. Käufer setzen auf die einfache Bedienung, lange Akkulaufzeiten und die robuste Bauweise. Zu den begehrtesten Modellen zählt das Nokia 8210.

von
pst

Viele Handynutzer scheinen sich nach den guten, alten, einfachen Telefonie-Zeiten zu sehnen, als man mit Mobiltelefonen nicht viel mehr als SMS schreiben und – telefonieren konnte. Gemäss «Dailymail» soll die Nachfrage nach Old-School-Phones mittlerweile so gross sein, dass für alte Handys der Marken Nokia, Ericsson oder Motorola bis zu 1000 US-Dollar bezahlt werden.

Ein Grund für den Retro-Trend dürften die einfache Handhabung und die überschaubare Anzahl der möglichen Anwendungen sein. Ausserdem sind die Akkulaufzeiten bei Handys der späten 1990er-Jahre im Vergleich zu denen moderner Smartphones fast schon horrend – sofern die Stromspreicher noch funktionieren: Der Akku eines solchen Uralt-Handys kann gut und gern eine Woche funktionieren.

Seine Kunden würden beim Kauf eines Uralt-Handys nicht auf den Preis schauen, meint Djassem Haddad, Betreiber der französischen Website Vintagemobile. Er startete mit seinem Online-Handyverkauf 2009. Besonders Spezialausgaben sind heiss begehrt. «Die hohen Preise erklären sich durch die Schwierigkeit, solche in limitierter Auflage herausgegebenen Modelle heute noch zu finden», erklärt Haddad. Eigentlich wollte er mit seinem Online-Portal einen Nischenmarkt bedienen. Letztes Jahr stiegen die Verkaufszahlen allerdings sprunghaft an. Innerhalb der letzten drei Jahre verkaufte Haddads Firma an die 10'000 Handys. Zu den Top-Sellern der Website zählt das Nokia 8210, das für knapp 60 Dollar zu erstehen ist.

Einen weiteren Grund für das gesteigerte Interesse an alten Handys sieht der Retro-Händler im zunehmenden Alter der Kundschaft. Heute wollten auch ältere Menschen mobil telefonieren, allerdings auf so einfache Art wie möglich. Andere Kunden wiederum suchten einfach nach einem günstigen Zweit-Handy. Schliesslich gebe es auch Retro-Fans und Nostalgiker mit einer Schwäche für Handys aus ihrer Jugendzeit, meint Maxime Chanson, Gründer des ebenfalls in Frankreich beheimateten Online-Shops Lëkki. So hat das Uralt-Handy das Zeug zum neusten Hipster-Trend.

In der Schweiz gibt es derzeit noch keinen offiziellen Online-Retro-Handy-Verkauf. Interessierte werden aber auf den gängigen Auktions-Plattformen fündig.

Ein Kompendium alter Handys samt Infos gibts hier.

Telefonieren auch Sie noch oder wieder mit einem Uralt-Handy? – Was sind Ihre Erinnerungen an die Cell-Phone-Steinzeit? Füllen Sie untenstehendes Formular aus und laden Sie ein Bild ihres Retro-Phones hoch.

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