Iran: IAEA-Inspekteure entdecken auf 84 Prozent angereichertes Uran

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IranUran auf 84 Prozent angereichert – hat das Mullah-Regime bald Atombomben?

IAEA-Inspektoren berichten, dass sie im Iran stark angereichertes Uran entdeckt haben. Damit könnte fast eine Atombombe gebaut werden. Der Iran wehrt sich gegen die Berichte. 

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Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen im Iran auf Uran mit einem Reinheitsgehalt von 84 Prozent gestossen sein. 

Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen im Iran auf Uran mit einem Reinheitsgehalt von 84 Prozent gestossen sein. 

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Inspektoren müssen nun herausfinden, ob der Iran das Material absichtlich produziert hat oder ob die Konzentration das Ergebnis einer unbeabsichtigten Anhäufung ist. (Im Bild: IAEA-Leiter Rafael Grossi)

Inspektoren müssen nun herausfinden, ob der Iran das Material absichtlich produziert hat oder ob die Konzentration das Ergebnis einer unbeabsichtigten Anhäufung ist. (Im Bild: IAEA-Leiter Rafael Grossi)

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Die im April 2021 aufgenommenen Verhandlungen über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran stecken seit Monaten fest. Das Abkommen sollte verhindern, dass Atomwaffen gebaut werden. 

Die im April 2021 aufgenommenen Verhandlungen über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran stecken seit Monaten fest. Das Abkommen sollte verhindern, dass Atomwaffen gebaut werden. 

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Darum gehts

  • Im Iran soll Uran mit einem Reinheitsgehalt von 84 Prozent entdeckt worden sein.

  • Verhandlungen zur Einschränkung der Urananreicherung kommen seit Monaten nicht vorwärts.

  • Der Iran weist die Vorwürfe zurück. 

Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben im Iran einem Medienbericht zufolge Uran mit einem Reinheitsgrad gefunden, der nur knapp unter dem zum Bau einer Atombombe nötigen Wert liegt. Das Uran sei auf 84 Prozent angereichert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei Quellen aus Diplomatenkreisen. Zum Bau von Atombomben ist auf rund 90 Prozent angereichertes Uran notwendig.

Die Inspektoren müssten feststellen, ob der Iran das Material absichtlich produziert habe oder ob die Konzentration das Ergebnis einer unbeabsichtigten Anhäufung sei, meldet Bloomberg weiter.

Internationales Atomabkommen mit Iran liegt auf Eis

Die IAEA erklärte am Sonntag im Onlinedienst Twitter, den Medienbericht zu kennen. Die Organisation führe Gespräche mit dem Iran über die «Ergebnisse der jüngsten Überprüfungsaktivitäten».

Im derzeit auf Eis liegenden internationalen Atomabkommen mit dem Iran war 2015 für die Urananreicherung ein Schwellenwert von 3,67 Prozent vereinbart worden. Zuletzt war bekannt gewesen, dass Teheran auf 60 Prozent angereichertes Uran produziert, und damit erheblich mehr als im Atomabkommen vorgesehen.

Die im April 2021 aufgenommenen Verhandlungen über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran stecken seit Monaten fest. Die Vereinbarung sollte das iranische Nuklearprogramm begrenzen und sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen baut. Ausgehandelt hatten es die USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und der Iran.

Unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump stiegen die USA aber 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran. Daraufhin zog sich auch der Iran schrittweise aus seinen Verpflichtungen zurück und schränkte die Inspektionen seiner Anlagen durch die IAEA ein.

Reaktion des Iran

Der Iran hat einen Medienbericht über eine erhöhte Urananreicherung im Rahmen seines umstrittenen Atomprogramms zurückgewiesen. Die Islamische Republik habe kein Uran mit einem Reinheitsgrad von mehr als 60 Prozent angereichert, sagte der Sprecher der nationalen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. 

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(dpa/afp/jar)

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