Landwirtschaft: Uri bekämpft Schädlinge mit Bio-Waffe
Aktualisiert

LandwirtschaftUri bekämpft Schädlinge mit Bio-Waffe

Im nächsten Jahr könnten Engerlinge im Kanton Uri grosse Schäden verursachen. Pilzsporen sollen die Schädlinge deshalb mit einer tödlichen Krankheit infizieren.

von
sam
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Bereitet den Bauern Kopfschmerzen: Der Maikäfer.

Bereitet den Bauern Kopfschmerzen: Der Maikäfer.

Keystone/Arno Balzarini
Die Larven des Maikäfers, die sogenannten Engerlinge, richten auf Wiesen grosse Schäden an.

Die Larven des Maikäfers, die sogenannten Engerlinge, richten auf Wiesen grosse Schäden an.

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So wie dieses Beispiel zeigt.

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www.ur.ch

Die Situation ist prekär: «Maikäferlarven, die so genannten Engerlinge, verursachen durch Wurzelfrass in Wiesen grosse Ertragsausfälle und können zu Erosion des Bodens führen», warnt der landwirtschaftliche Beratungsdienst in Uri. Die Stelle ist alarmiert, weil heuer ein Maikäfer-Flugjahr war, fürs nächste Jahr prognostiziert der Dienst deshalb eine Engerling-Plage: «Die Engerlinge des Maikäfers sind im Kanton Uri gefürchtete Schädlinge, die nebst grossen Ertragsausfällen auch das Befahren mit Landmaschinen und das Beweiden mit Vieh von steileren Flächen verunmöglichen können.»

Todespilz gegen Maikäferlavern

Tatenlos sollen die Bauern dem natürlich nicht zusehen. Die kantonale Dienststelle ruft sie zum «biologischen Bekämpfungsverfahren» auf. Als Waffe dienen speziell behandelte Gerstenkörner; diese sind mit dem engerlingstötenden Pilzes Beauveria brongniartii bewachsen. «Diese Pilzkörner werden dann mit Sämaschinen in befallene Flächen eingearbeitet. Im Boden bilden sich die Pilzsporen, die die Engerlinge mit der tödlichen Krankheit infizieren», teilt der Beratungsdienst den Bauern mit. Damit die Stelle die notwendige Menge Pilzsaatgut bestellen kann, sollen die Landwirte die betroffenen Flächen bis Ende Oktober anmelden. An den Kosten müssen sich die Bauern beteiligen.

Früher übrigens rückte man den Käfern noch anders zu Leibe. Bis in die frühen 1970er-Jahre sammelten Kinder die Maikäfer ein – und erhielten pro Liter 30 Rappen Sackgeld.

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