Hohe Fallzahlen - «Uri sticht als Corona-Hotspot im Land heraus»
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Hohe Fallzahlen«Uri sticht als Corona-Hotspot im Land heraus»

In Uri haben die Behörden hohe Fallzahlen zu vermelden. So hohe, dass der Kanton als neuer Corona-Hotspot der Schweiz bezeichnet wird.

von
Martin Messmer

Darum gehts

  • Der Kanton Uri hat am 8. April 2021 eine 7-Tage-Inzidenz von 817,37.

  • Das ist mehr als doppelt so viel wie der Kanton mit dem zweithöchsten Wert: Genf hat 429,65.

  • Die Urner Regierung appellierte an die Bevölkerung, unbedingt die Schutzmassnahmen einzuhalten, die Kontakte zu beschränken und die Testmöglichkeiten zu nutzen.

  • Auf Telegram wird dazu aufgerufen, am Samstag nach Altdorf zu gehen, auch wenn eine geplante Demo bisher keine Bewilligung erhielt.

«Betrachtet man die Entwicklung der Pandemie innerhalb des Landes, sticht ein Hotspot heraus. Mit 796 Coronavirus-Fällen pro 100 000 Einwohner meldet der Kanton Uri gegenwärtig die mit Abstand höchsten Zahlen. Der am zweitstärksten betroffene Kanton Genf weist eine Inzidenz von 456 Fällen aus»: Das schreibt die NZZ (Bezahlartikel) in ihrer Ausgabe vom Donnerstag. Die aktuellsten Zahlen zeichnen ein ähnliches Bild: Im Kanton Uri liegt die 14-Tages-Inzidenz bei 817,37, in Genf bei 429,65. In diesem Zusammenhang verweist sie in ihrem Artikel ebenfalls darauf, dass die Urner Regierung am Dienstag an die Bevölkerung dringend appellierte, die Schutzmassnahmen einzuhalten und die Kontakte aufs Nötigste zu beschränken. Der Regierungsrat ruft auch dazu auf, die angebotenen Testmöglichkeiten zu nutzen.

Uri wurde ohne Superspreader-Event zum Hotspot

Im Artikel wird Urner Regierungssprecher Adrian Zurfluh zitiert. Dieser könne sich die hohe Zahl der Ansteckungen nicht erklären. Weil Uri nur 37’000 Einwohner hat, vermutet Zurfluh: «Wahrscheinlich haben diese grossen Unterschiede mit der geringen Grösse unseres Kantons zu tun. Einige wenige Fälle können dafür sorgen, dass die Inzidenz innert kurzer Zeit stark ansteigt. Ebenso schnell sinken die Zahlen dann aber auch wieder». Ein Superspreader-Ereignis jedenfalls, schreibt die NZZ weiter, wie es das Jodlermusical in Schwyz war, könne man in Uri nicht ausmachen. «Schwer erklärbar sind die hohen Zahlen auch, weil Uri beim Impfen eine Spitzenposition einnimmt und prozentual den schweizweit höchsten Anteil vollständig geimpfter Personen aufweist», heisst es im Artikel weiter.

In Uri würden die Behörden nun besorgt dem Wochenende entgegenblicken. Denn: Am Samstag hat das Bündnis der Urkantone dort eine Demo geplant, zu der 10’000 Teilnehmer erwartet wurden. Die Regierung bewilligte diese nicht, ein Antrag des Bündnisses um eine superprovisorische Gutheissung ist Stand Donnerstagnachmittag beim Obergericht noch hängig oder wurde noch nicht bekannt. Die Urner Regierung hatte die Kundgebung am Samstag auch darum nicht bewilligt, weil an Demos dieser Grösse die Maskenpflicht nicht durchsetzbar sei und ein Infektionsrisiko für Teilnehmer, Polizei und Dritte bestehe.

Das Bündnis kündigte jedenfalls an, die Demo nicht durchzuführen, sollte die Bewilligung nicht doch noch kommen. Schon bevor der Entscheid des Obergerichtes bekannt wurde, mahnte das Bündnis auf seiner Website in fetter Schrift: «Wir stellen ausdrücklich klar, dass die Kundgebung ohne Bewilligung abgesagt wird und nicht stattfindet. Das Aktionsbündnis wird in diesem Fall auch keinerlei sonstige Veranstaltung oder Aktivität organisieren oder sich daran beteiligen».

Telegram-Kanäle rufen zur Reise nach Altdorf auf

Gleichwohl könnte es in Altdorf eine Demo geben, eine unbewilligte: Auf Telegram wird auf mehreren Kanälen aufgerufen, am Samstag nach Altdorf zu kommen. Die Polizei gab indessen schon nach dem Entscheid der Urner Regierung am 25. April bekannt, dass sie eine unbewilligte Demonstration verhindern werde. Polizeikommandant Reto Pfister sagte damals auf Anfrage von 20 Minuten: «Am 10. April werden wir auf jeden Fall im betreffenden Gebiet präsent sein und jegliche Versuche, eine nicht bewilligte Demo dennoch durchzuführen, unterbinden. Wir raten Allen davon ab, am 10. April zu einer unbewilligten Demo zu kommen. Eine solche Teilnahme hat rechtliche Konsequenzen».

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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