Aktualisiert 27.09.2005 10:58

Urmenschen beim Mörderstein

Der Bau der Autobahn A9 hat im Mittelwallis bedeutende archäologische Entdeckungen im Pfynwald zu Tage gefördert.

Beim so genannten Mörderstein in der Region von Salgesch fanden die Archäologen Spuren einer der ältesten Besiedlungen der Region aus der Zeit um 4700 vor Christus.

Die Stätte wurde im Dezember 2002 bei einer Ausgrabungskampagne auf dem künftigen Autobahntrasse entdeckt, wie die Archäologen an einer Medienkonferenz im Pfynwald am Dienstag ausführten. Sie zeigten mehrere urgeschichtliche Besiedlungsstufen um den Mörderstein, einen grossen Kalksteinfelsblock mit Überhängen auf zwei Seiten und weitere Blöcke. Die Überhänge dienten seit urgeschichtlichen Zeiten als Unterschlupf. Die bisher ältesten Funde datieren die Archäologen auf 4700 vor Christus. Möglich sei aber, dass andere der rund 2500 ausgegrabenen Objekte eine Besiedlung schon in der Mittelsteinzeit zwischen 9500 und 5500 vor Christus belegen könnten. Es wurden Spuren und Gegenstände aus sämtlichen Epochen bis in die Moderne gefunden. Die jüngsten datierten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es werde nach Lösungen gesucht, den Mörderstein als Zeuge der Geschichte zu erhalten, damit der 1600 Tonnen schwere Fels «nicht für immer mit Leib und Seele unter der Autobahn verschwinden» müsse, sagte der Walliser Staatsrat Jean-Jacques Rey-Bellet. Im Kostenvoranschlag seien 800'000 Franken für die entsprechenden Mehrkosten vorgesehen. (dapd)

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