28.04.2014 06:16

Wie die GrossenUrnengang auf Probe: Teenies dürfen abstimmen

Ein Verein sagt der Polit-Gleichgültigkeit der Jugendlichen den Kampf an: Nun sollen bereits Teenager an die Urne – jedoch nur probehalber.

von
Thomas Kohler
Der Verein Jugend & Politik Sense will die Jungen zum Abstimmen bewegen.

Der Verein Jugend & Politik Sense will die Jungen zum Abstimmen bewegen.

Der Verein Jugend & Politik Sense (JPSense) will die Jugend and die Urne bringen – konkret sollen 9. Klässler aus dem Sensebezirk im nächsten Schuljahr an allen vier eidgenössischen Abstimmungen teilnehmen. «So lernen die Schüler, wie einfach Abstimmen ist. So haben sie dann im Altern von 18 Jahren den Bogen schon raus», sagt JPSense-Präsident André Perler. Laut einer Studie sei der Einstieg für Jugendlich an die Urne am Schwierigsten – im Verein sei man überzeugt dass, dank dem Urngengang-Projekt die Stimmbeteiligung der Jugendlichen steigen werde, so der 22-Jährige.

Die Schüler sollen, wie die Erwachsenen auch, mit den erhaltenen Abstimmungsunterlagen an der Urne oder brieflich abstimmen. «Der einzige Unterschied ist, dass bei den Schüler

die Couverts mit einem roten Strich gekennzeichnet sind, damit beim Auszählen keine Verwirrung entsteht», sagt Perler.

17 Gemeinden machen mit

Die Aktion wurde gemeinsam mit Schulvertretern, Gemeinden und dem Oberamt Sensebezirk ausgearbeitet und stösst auf breite Zustimmung. «17 der 19 Gemeinden im Sensebezirk haben uns ihre Unterstützung zugesichert», freut sich Perler.

Nebst den Probe-Abstimmungen engagiert sich der Verein JPSense auch direkt in den Schulen. «Wir besuchen regelmässig Sekundar- und Gymnasialklassen und versuchen den Schülern in ein bis zwei Lektionen auf eine lockere Art die Politik näher zu bringen», erklärt Perler. Diese bestünden hauptsächlich aus einer Fragerunde, Gruppenarbeiten und einem Quiz, bei welchem die Klassen gegeneinander antreten. Die Motivation zum Mitmachen sei jedoch sehr verschieden. Pro Klasse habe es drei bis vier Schüler, welche grosses Interesse zeigen würden, aber auch ähnlich viele Schüler, die nicht sonderlich begeistert sind mitzumachen. «Der Rest liege irgendwo dazwischen», sagt Perler.

Gute Lehrer sind gefragt

Die Motivation, etwas über die Politik zu lernen und abstimmen zu gehen, hänge auch sehr stark von den jeweiligen Lehrern ab meint Perler. Wenn diese Staatskunde und das Thema Politik spannend rüberbringen können, sei auch das Interesse der Schüler grösser.

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