Aktualisiert 29.09.2009 16:56

Schweinegrippe

Urner Gemeinde schliesst alle Schulen

In Uri droht eine Schweinegrippe-Epidemie. In der Gemeinde Silenen wurde der gesamte Schulbetrieb bis Ende Woche und somit bis zum Herbstferienbeginn eingestellt, weil vermehrt Kinder an grippeartigen Symptomen leiden.

Seit Freitag sind in Silenen mindestens 33 Kinder an Grippesymptomen erkrankt. Ein Labortest bestätigte bei einem Kind den H1N1-Virus. Ein Kind, das wegen hohen Fiebers ins Kantonsspital Luzern eingeliefert wurde, ist aber nachweislich nicht an der Schweinegrippe erkrankt, wie das Amt für Gesundheit mitteilte.

Wegen des einen bestätigten Verdachts gehen die Behörden davon aus, dass viele Kinder an der Schweinegrippe erkrankt sein könnten. Weitere Tests sollen zeigen, wie verbreitet das Virus tatsächlich ist, sagte Roland Hartmann, Vorsteher Amt für Gesundheit, auf Anfrage.

Am Montagabend beschlossen die Behörden, die Oberstufe in Silenen zu schliessen. Dort gehen 83 Jugendliche aus den drei Gemeindeteilen Silenen, Amsteg und Bristen zur Schule.

Schulen geschlossen

Am Dienstag wurden entschieden, dass auch an den Primarschulen von Silenen, Amsteg und Bristen der Unterricht eingestellt wird. Betroffen sind 136 Kinder. Auch die Kindergärten von Silenen und Bristen mit total 26 Kindern wurden geschlossen.

Die Oberstufenschüler fahren teilweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Silenen und treffen in diesen Berufs- und Mittelschüler. Es sei deshalb nicht auszuschliessen, dass sich das Virus weiter ausbreiten könnte, sagte Hartmann.

Die Schulen bleiben bis Ende Woche geschlossen. Dann beginnen die Herbstferien. Die Behörden erwarten, dass die Ferien die Grippesituation beruhigen wird. Ziel sei es, dass nach den Ferien der Schulbetrieb wieder wie gewohnt durchgeführt werden könne.

Verschnupfte Gymnasiasten

Aufschnaufen können dagegen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums des Klosters in Disentis GR. Ihre Unpässlichkeiten rührten nicht wie befürchtet vom H1N1-Virus her, sondern von einem Schnupfenvirus. Dies ergaben Tests am Nationalen Zentrum für Infektiologie in Genf, wie die Schule mitteilte. 186 von 209 Schülerinnen und Schülern waren vom Virus befallen worden.

Wieder normale Verhältnisse herrschen am Oberengadiner Internat Lyceum Alpinum in Zuoz GR. Dort waren Mitte September bis 40 der insgesamt 320 Schülerinnen und Schüler an Schweinegrippe erkrankt.

Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wurden bis am Montag in der Schweiz 1209 laborbestätigte Fälle registriert. Dazu kommen 135 wahrscheinliche Fälle.

EU genehmigt Impfstoffe

In der EU kann ab dem 1. Oktober mit dem Impfen gegen Schweinegrippe begonnen werden. Die EU-Kommission hat die ersten beiden Impfstoffe der Hersteller Novartis (Focetria) und GlaxoSmithKline (Pandemrix) zugelassen.

Für die Schweiz sollen bis Ende Oktober auch zwei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe zugelassen werden, wie das Heilmittelinstitut swissmedic am Freitag mitgeteilt hatte. Es liegen ein Gesuch für Pandemrix vor sowie für das Novartis-Produkt Celtura.

(dapd)

Symptome der Schweinegrippe

Die Symptome der Schweinegrippe ähneln der einer ganz normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Einige Patienten berichteten auch über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ohne Laboruntersuchung gibt es keine Gewissheit.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch ist sehr kurz, manchmal erkranken Infizierte schon binnen Stunden, die meisten spätestens innerhalb von drei Tagen. In dieser Zeit sind die Patienten schon ansteckend, da die Virenausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums beginnt. Diese Ausscheidung dauert in der Regel bis zu sieben Tage, bei geschwächten Menschen auch länger. (ap)

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