Riesenkristalle: Urner Regierung will keine Einzelstücke kaufen
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RiesenkristalleUrner Regierung will keine Einzelstücke kaufen

Der Verkauf der 2005 im Urnerland gefundenen Riesenkristalle an das Naturhistorische Museum Bern sei ein Verlust für den Kanton, ist die Urner Regierung der Ansicht. Dennoch will sie auf den Kauf von Einzelstücken des zweiten Riesenfunds vom Herbst 2008 verzichten.

Zwei Urner Strahler hatten im 2005 am Urner Planggenstock eine ganze Riesenkristallgrupe gefunden. Markantestes Stück ist eine Rauchquarzgruppe mit einer Spitze von einem Meter Länge. Drei Jahre später wurden erneut am Planggenstock Riesenkristalle geborgen. Dieser Fund soll noch grösser und schöner sein als jener von 2005.

Erst hiess es, der erste Fund bleibe in Familienbesitz. Anfang September dieses Jahres kündete jedoch das Naturhistorische Museum Bern sein Interessen am Fund an. Für fünf bis sechs Millionen Franken will es die Riesenkristalle kaufen.

Der Urner Landrat Thomas Arnold (FDP) reichte daraufhin eine Parlamentarische Empfehlung ein. Uri solle sich den zweiten Fund sichern und die Schaffung eines architektonisch einzigartigen Kristallmuseums prüfen.

Auch zweiter Fund kostet mehrere Millionen

In der am Montag veröffentlichten Antwort auf die parlamentarische Empfehlung schreibt nun die Urner Regierung, dass sie feststellen musste, dass auch für den Erwerb der zweiten wertvollen Fundgruppe beträchtliche Mittel aufzuwenden wären.

Der Ankauf des Fundes und die Errichtung der dazu notwendigen Infrastruktur hätten einen einmaligen Kredit von mehreren Millionen Franken mit Volksabstimmung erfordert. Trotzdem klärte die Regierung ab, ob es eine vertretbare Lösung gebe, den zweiten Riesenkristall dem Kanton Uri zu erhalten.

Der Finder jedoch teilte der Regierung mit, dass auch die Verkaufsverhandlungen des zweiten Kristallfunds weit fortgeschritten seien. Denkbar sei aber noch, Einzelstücke zu erwerben.

Der Regierungsrat ist aber der Ansicht, dass Einzelstücke kaum geeignet seien, den ausserordentlichen Fund in Uri zu repräsentieren. Er will deshalb auf einen Ankauf verzichten und empfiehlt dem Landrat, die parlamentarische Empfehlung nicht zu überweisen. (sda)

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